Seit einem Jahr baut der Sozialdienst katholischer Frauen Krefeld das ambulante betreute Wohnen auf.

Krefeld. Die junge Frau hat mit einem schweren Schicksal zu kämpfen. Als Dreijährige kam sie mit ihrer Familie aus dem Iran nach Krefeld. Nach Konflikten im Elternhaus, vor allem mit dem Vater, schmiss sie in der neunten Klasse die Schule, wurde mit 15 Jahren vergewaltigt und brachte so „Schande“ über die Familie.

Der Vater verstieß sie, der Freund wurde gewalttätig. Seitdem leidet sie an chronischer Schizophrenie. Im betreuten Wohnen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) wird die heute 30-Jährige aufgefangen und bekommt das Rüstzeug für ein normales Leben.

Dies ist nur eine Geschichte von vielen, die die SkF-Frauen kennen und begleiten. Über sie wurde während der Mitgliederversammlung berichtet. „Seit einem Jahr bauen wir dieses ambulante betreute Wohnen auf. Es richtet sich an Frauen mit psychischen Behinderungen“, sagt Geschäftsführerin Tanja Himer. „20 Klientinnen, meist Migrantinnen, werden bei uns betreut.“

Im besagten Fall wird das normale Leben mit der Frau trainiert. „Sie schafft es jetzt, 30 Minuten lang einkaufen zu gehen. An Ausbildung und Beruf ist noch nicht zu denken“, erklärt Himer. „Immer versuchen wir, ein passgenaues Hilfsangebot für die Frauen anzubieten, das sie in ihren Lebenssituationen abholt.“

Ein weiteres Projekt für Eltern und Alleinerziehende beginnt 2012

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit des SkF ist der offene Ganztag. „Das Angebot wurde weiter ausgebaut“, äußert Vorsitzende Ulla Dietz in ihrem Bericht. „300 Kinder in 16 Gruppen werden von uns betreut. Die Mitarbeiterinnen sind gerade jetzt qualifiziert worden.“

Dietz hebt besonders das Elterncafé an der Lindenschule hervor, das 14-tägig stattfindet. „Dort werden pädagogische Themen angesprochen und praktische Tipps für die Beschäftigung mit den Kindern gegeben.“

Das Projekt „Guter Start ins Leben“ soll mit dem neuen Jahr starten. Es richtet sich an Eltern oder Alleinerziehende, die ein Kind erwarten oder deren Kinder bis zu drei Jahre alt sind. Himer: „Sie erhalten die Möglichkeit, sich zu bestimmten Themen zu informieren und an Gruppenangeboten teilzunehmen.“

Mit diesem Projekt verfolgt der SkF einen präventiven Ansatz. Dies bedeutet, dass die Hilfe einsetzt, bevor sich belastende Lebensbedingungen und ungünstige Beziehungen zwischen Eltern/Mutter und Kind festigen. „Daher steht die Stärkung der Elternkompetenz im Mittelpunkt des Projektes.“

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