Skilehrer Frank Suchanek hat in den Dolomiten ein besonderes Auge auf den WZ-Redakteur – und nimmt ihn ins Schlepptau.

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Der Lift ist am Ziel: Skilehrer Frank Suchanek (links) mit Eva und Peter Zgorzelski.

Daniel Gonzales, Bild 1 von 2

„Die Bremse lösen, Daniel“, ruft Frank Suchanek mir zu. Der 51-Jährige ist einer von 55 ehrenamtlich für den Ski-Klub Bayer Uerdingen tätigen Skilehrer und jetzt wieder unser Gruppenleiter in den Dolomiten in Italien.

Was Frank Suchanek mir zum wiederholten Mal zu vermitteln versucht: Ich bremse mit meiner zu zögerlichen Fahrweise die sieben Mitfahrer. „Wer mit zu viel Angst auf den Brettern steht, konzentriert sich zu sehr darauf, nicht zu stürzen. Die Folge ist fehlende Konzentration auf die Schwünge auf den Skiern“, erklärt der Lehrer.

Und er wird recht behalten: Zweimal lande ich an diesem Vormittag ziemlich unsanft im Schnee. Immer wieder zieht mich Frank Suchanek bei der Abfahrt in der Gruppe direkt hinter sich her – ein sicheres Zeichen dafür, dass er mich beobachten will.

Also lasse ich die beiden Sportgeräte an den Füßen laufen, und es klappt: Meine volle Konzentration liegt darauf, den Oberkörper nach vorne zu beugen, den ins Tal zeigenden Ski zu belasten, die Arme mitzunehmen – heraus kommen perfekte Schwünge. Sogar die Fahrt über „Buckel“, den bei Skifahrern so unbeliebten Schnee-Anhäufungen auf der Piste, klappt irgendwann perfekt. Bis zum Apres-Ski am Nachmittag werde ich kein weiteres Mal stürzen.

Erst mit Anfang 40 hat sich Frank Suchanek entschieden, Lehrer für die Abfahrtkünstler zu werden, obwohl er seit Kindesbeinen mindestens einmal im Jahr in die Berge fährt. „Irgendwann habe ich mir gedacht: Hinter Skifahren muss doch mehr stecken als das dumpfe Herunterfahren von einem Berg“, erzählt der 51-Jährige, während wir auf das Sella-Bergmassiv schauen. Wir drehen die bekannte „Sella-Runde“, einmal um das zum Weltnaturerbe zählende Gebirge herum.

Zu einer Fahrt mit dem Ski-Klub gehört ein gutes Abendprogramm

Im Basiskurs lernte er, dass es mehr als 30 verschiedene Kurventechniken gibt. Beim Grundkurs muss er diese auch können. Und im Instruktor-Kurs anderen beibringen. Etwa drei Jahre dauert die Ausbildung. „Skilehrer in unserem Verein haben allerdings weit mehr Aufgaben als nur das Beibringen von Skifahren“, sagt Suchanek, der auch Vorsitzender des Segelklubs Bayer Uerdingen ist und im richtigen Leben für den Chemiepark-Betreiber Currenta arbeitet. Die Skilehrer sind Naturkundler, zeigen den Reiseteilnehmern oft landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche Touren, und sind Entertainer. „Ein gutes Abendprogramm gehört zwingend zu einer guten Fahrt mit dem Ski-Klub“, sagt der 51-Jährige.

Als nächstes geht es zur Fackelwanderung mit Rodeln. Ich bin gespannt.

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