Akustik-Pop präsentierten Salim Nourallah und The Late Call in der Kulturrampe

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Der texanische Songwriter Salim Nourallah sorgte an der Akustik-Gitarre für Gänsehaut-Stimmung in der Kulturrampe.

Der texanische Songwriter Salim Nourallah sorgte an der Akustik-Gitarre für Gänsehaut-Stimmung in der Kulturrampe.

Dirk Jochmann

Der texanische Songwriter Salim Nourallah sorgte an der Akustik-Gitarre für Gänsehaut-Stimmung in der Kulturrampe.

Krefeld. Wie man schon mit minimalen Mitteln eine Intensität und wohlige Stimmung verbreiten kann, bewiesen am Montagabend eindrucksvoll zwei junge Songwriter in der Kulturrampe. Reduziert auf Gitarre und Gesang stellten Salim Nourallah und Johannes Mayer alias The Late Call vor wenigen Zuhörern ihren Akustik-Pop gefühlvoller Langsamkeit vor.

Romantische Songs wie aus einem Film in Slow-Motion

Lautstärke und Geschwindigkeit sind es, die schon bei Salim Nourallah wie Fremdwörter wirken. Der schmale Texaner mit syrischen Wurzeln gibt sich am Mikrofon ruhig und romantisch - nicht anders klingen seine schwermütig-leichten Songs. Wie ein romantischer Film in Slow-Motion zaubert er Melodien erlesener Entspanntheit aus den Seiten seiner Gitarre. Dazu erklingt seine warme, melancholische Stimme, die den Liedern poetische Kraft gibt. Vor allem sind es Stücke des aktuell vierten Albums "Constellation", die Nourallah als einfühlsamen Songwriter zeigen. "Be Here Now" und "Endless Dream Days" verströmen Harmonie ohne Kitschfaktor. Bon Iver und Elvis Costello vermischen sich hörbar spielerisch mit den Beatles.

Gemäßigte Tone schlägt im Anschluss auch Johannes Mayer alias The Late Call an. Seine "Leaving Notes", so der Titel seines kürzlich erschienenen Debütalbums, breitet der 27-jährige frühere Münsteraner, jetzt Wahl-Stockholmer als Ohren umschmeichelnde, intime Akustik-Gitarren-Teppiche aus. Mayers leidgeprüfte Samtstimme fesselt die Zuhörer in einer Gefühlswelt zwischen Abschied, Aufbruch und Ankommen, die aber immer auch einen Hoffnungsschimmer offen lässt. Ebenfalls schmal wirkt der Sänger, wie er versunken auf einem Stuhl auf der Bühne sitzt, dazu zart die Akkorde auf der akustischen Gitarre zupft und Gedanken fließen lässt. Das Mehrspur-Gerät am Boden wird nur nebenbei als instrumentale Ergänzung eingesetzt.

The Late Call kommt ohne große Effekte aus

Bei The Late Call bedarf es keiner großen Effekte - emotionaler Tiefgang funktioniert auch einfach. Songs wie "Cards On The Table" oder "Sleep Some" sind zum Träumen geeignet, hinterlassen gar eine Gänsehaut.

Das Krefelder Publikum ist zumindest für zwei Stunden dankbar für die willkommene Abwechslung.

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