Kitsch, Kunst & Co. Ein sonniger Trödelmarkt lockt die Besucher zum Saisonabschluss auf dem Sprödentalplatz.

wza_1500x851_574017.jpeg
Die Sonne lachte beim letzten Trödelmarkt auf dem Sprödentalplatz in diesem Jahr.

Die Sonne lachte beim letzten Trödelmarkt auf dem Sprödentalplatz in diesem Jahr.

Dirk Jochmann

Die Sonne lachte beim letzten Trödelmarkt auf dem Sprödentalplatz in diesem Jahr.

Als Klaus Hackbart (58) früh um 5.30 Uhr bei anderthalb Grad über Null seinen Stand auf dem Trödelmarkt aufbaut, dem letzten in diesem Jahr auf dem Sprödentalplatz, wird er für seine klammen Finger durch einen sternklaren Himmel entschädigt. Frost und aufgehende Sonne teilt er mit rund 300 Trödlern, die schon auf dem Platz sind.

Sie haben darauf vertraut, dass das Wetter besser wird als vorhergesagt. Und sie haben recht behalten. Den Optimismus haben nicht alle, die sich angemeldet hatten. Etliche der 900 Trödelplätze, auch nummerierte, bleiben leer. Dafür strömt das Publikum nicht nur zur frühen Zeit der Schnäppchenjäger, sondern auch noch am sonnigen Mittag. Dazu gehören auch die früheren Wassersport-Asse Wiltrud und Hermann Haverkamp, die mit Enkelin Uma-Lia (4) unterwegs sind: "Wir gehen häufig auf den Trödelmarkt, eher um zu schauen. Aber wenn wir was Schönes sehen..."

Schön zu hören ist die jazzige Melodie von "Sweet Sue", die Karl-Heinz Bednarzyk (70) von seinem Stand aus über den Platz bläst. Das Kornett des ehemaligen Berufsschullehrers, der zu jedem Sprödentalmarkt voll bepackt aus Korschenbroich anreist, ist für 350 Euro zu haben. Und wenn er es verkauft, wie wirbt er für seinen Stand mit Krimskrams? "Ich habe noch mehrere Trompeten zu Hause", sagt er. Im übrigen, sagt er, kommt er auch wegen der Leute hierher, der "dolle Vertäll" mache Spaß. Viel Arbeit hat eine Trödlerin in zig Lavendelherzen aus Spitze und Batist für je 1,50 Euro gesteckt, die sie neben einem Stand mit Plastik-Rehen und -Leuchttürmen anbietet. Die Bastelarbeiten sind zwar neu, werden aber von der Marktordnung gedeckt, die den Neuwaren-Verkauf verbietet.

Sylvia Kühn, kaufmännische Angestellte, und Anke Kluner, Stewardess, betreiben einen Stand gemeinsam, sie bieten Videos und CDs an sowie Kinderspielzeug, auch ein Fernrohr, das neben Handpuppen liegt. Am Stand nebenan hat Pauline Kreutzer Pech. Eine Windböe erfasst ihren Pavillon, den sie über die zwei Tische gespannt hat, und fegt ihn auf die Straße. Die Streben sind gebrochen, der Schaden wird den Gewinn übersteigen. Der dürfte am ehesten gesichert bei den Imbiss-Verkäufern sein, die gut zu tun haben, weil viele Besucher hier ihr Mittagsmahl einnehmen. Katharina Schoppa ist diesmal Besucherin: "Sonst stehe ich auch mit einem Stand hier." Das kann sie ab März wieder, wenn die nächste Sechser-Serie auf dem Sprödentalplatz startet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer