Ein Fahrgast und Zeuge eines Unfalls in einem Bus erhebt Vorwürfe gegen die Stadtwerke.

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Nach einem Unfall mit einem SWK-Bus ist die Diskussion über die Sicherheit der Fahrgäste neu entbrannt.

Nach einem Unfall mit einem SWK-Bus ist die Diskussion über die Sicherheit der Fahrgäste neu entbrannt.

Andreas Bischof

Nach einem Unfall mit einem SWK-Bus ist die Diskussion über die Sicherheit der Fahrgäste neu entbrannt.

Krefeld. Die Situation ist jedem Autofahrer bekannt: In zähem Stadtverkehr stoppt unvermittelt ein vorausfahrendes Fahrzeug und legt den Rückwärtsgang ein, um in eine Parklücke hinein zu manövrieren.

So in etwa ist es auch am Freitag vor einer Woche auf der Lewerentzstraße geschehen. Mit der Folge, dass ein Linienbus dahinter so scharf bremsen musste, dass eine 68-jährige Frau und zwei zehnjährige Kinder durch Glassplitter leicht verletzt wurden (die WZ berichtete). Vorwürfe gegen den Fahrer erhebt Jürgen Klaus, der als Fahrgast in unmittelbarer Nähe gestanden hat. "Schon als ich am Alexanderplatz einsteigen wollte, war der Bus so voll, dass die Tür kaum geöffnet werden konnte", erklärt der 66-Jährige.

Er habe unabsichtlich einer jungen Frau den Ellenbogen in den Bauch gerammt. "Schon beim Anfahren war mir das nicht geheuer." An der Lewerentzstraße sei es zu Vollbremsung gekommen: "Eine große Frau wurde durch die Trennscheibe gedrückt, die zersplitterte, die Menschen schrien.

Der Bus hielt an und die Leute stiegen aus. Mehrere Mädchen weinten." Klaus, der seinen Weg dann zu Fuß fortsetzte, vermutet, dass die Fahrer wegen reichlich Verspätung aufs Gas drückte. "Die ruppige Fahrweise des Lenkers war die Ursache", unterstreicht er. Als Busfahrer sehe oder erahne ich doch so etwas auf mindestens 100 Meter."

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Vorfall derzeit noch nicht beendet. "Es liegt uns derzeit aber kein Hinweis vor, dass da überhöhte Geschwindigkeit im Spiel war", betont Polizeisprecher Wolfgang Lindner. Allerdings nähmen die Auswertungen der Zeugenaussagen noch Zeit in Anspruch. "Das läuft alles über den Postweg, da können mal gut zwei Wochen ins Land ziehen."

Bei den Stadtwerken Krefeld (SWK) bedauert man den Vorfall. "Unsere Fahrer sind alle geschult auf defensives Fahren", betont SWK-Sprecherin Dorothee Winkmann. Alle drei Jahre würden die Kenntnisse in einem umfassenden Kurs aufgefrischt und vertieft.

Die Fahrer tauschen regelmäßig Erfahrungen aus

Eine Fahrerkonferenz tauscht regelmäßig Erfahrungen aus. Immer wieder würden die Fahrer sogar an Wettbewerben im punktgenauen Fahren, Bremsen und Sicherheit teilnehmen. Ein Kollege hätte dabei sogar schon erste Plätze erzielt. Das Kennzeichen des einparkenden Fahrzeugs sei bekannt. "Bei dem Vorfall an der Lewerentzstraße hat es sich nicht um eine Vollbremsung gehandelt, bei der es darum geht, einen Unfall zu verhindern, sondern um eine betriebliche Bremsung."

In punkto Anzahl der Fahrgäste müsse der Busfahrer Augenmaß walten lassen. Winkmann: Die Anzahl der Sitz- und Stehplätze wird auf einer Plakette deutlich genannt. Im Zweifelsfall sind die Fahrer gehalten, auch mal Fahrgäste zurück zu weisen."

Darüber kann Fahrgast Jürgen Klaus nur mit dem Kopf schütteln: "Eine betriebliche Bremsung, bei der eine Frau durch eine Trennscheibe geht? Undenkbar!"

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