Archäologisches Museum stellt im Welterbe-Info-Point rund 1700 Jahre alte Knochen als Fundstück aus Gelduba vor.

In Gelduba wurden Knochen einer Wanderratte gefunden.
In Gelduba wurden Knochen einer Wanderratte gefunden.

In Gelduba wurden Knochen einer Wanderratte gefunden.

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In Gelduba wurden Knochen einer Wanderratte gefunden.

Krefeld. Eine höchst aufschlussreiche Episode aus dem römischen Kastell Gelduba wird nun im Archäologischen Museum Krefeld vorgestellt: Von einem Schiff krabbelte vor rund 1700 Jahren eine Ratte auf niedergermanischen Boden. Diese besondere Ratte lässt das Forscherherz von Archäologen höher schlagen. Der Fund ist ein wichtiger Hinweis auf Gelduba als römischer Fernhandelsplatz am Rhein. Mit den Römern kamen im 1. Jahrhundert von Italien auch Hausratten nach Nordeuropa. Die Wanderratte verbreitete sich hier jedoch erst im 14. Jahrhundert.

Die nun ausgestellten Oberschenkelknochen im Welterbe-Info-Point stammen von einer Ratte aus dem Orient und wurden in einem Kastellbrunnen entdeckt. Der war in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts aufgegeben und verfüllt worden. Der Knochenfund einer Wanderratte in Gelduba ist in Nordeuropa bislang der einzige aus römischer Zeit. Wie kam also eine Wanderratte aus dem Orient in ein römisches Militärlager am Niederrhein und damit gut 600 Jahre früher als ihre Artgenossen?

Der Weg der Nager führt in die Zeit der Wikinger zurück

Eine erste Spur führt in das frühe Mittelalter: Wanderratten, die in Küstennähe lebten, gelangten wohl im 10. Jahrhundert in der Bilge, dem untersten Raum eines Schiffs, über das Mittelmeer und den Atlantik in die Wikingerhäfen. Die Nordmänner liefen häufig „Miklagat“ (Wikingername für Konstantinopel/Istanbul) an, um sich dort als Söldner zu verdingen und Handel zu treiben. Der Handel mit der Mittelmeerregion scheint auch der Ursprungsort der Wanderratte aus Gelduba zu sein. Ihre Entdeckung deutet auf eine Schiffsverbindung zwischen dem Ort am Rhein und dem Vorderen Orient bereits in der Spätantike. Der ungewöhnliche Seeweg über das Mittelmeer und den Atlantik war vor allem wegen der Stürme gefährlich. Es müssen also außergewöhnliche, wertvolle Waren oder Tiere gewesen sein, die Händler aus dem Osten des Römischen Reichs an den Niederrhein gelockt haben.

Zu diesen Händlern gehörten wahrscheinlich drei Syrer, die in aramäischer Sprache ihre Namen in Schalen eingeritzt hatten. Die Schalen wurden in Gellep gefunden. Die Wanderratte muss von einem dieser Schiffe im 3. oder 4. Jahrhundert auf die Kaimauer, den Hang hinauf in das Kastell gehuscht sein. Red

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