In Krefeld sind viele Menschen ohne Beschäftigung. Die WZ sagt, wie die Ratsfraktionen das Problem lösen wollen.

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Am 25. Mai wurde gewählt.

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grhi

Am 25. Mai wurde gewählt.

Krefeld. Wer auf den Krefelder Arbeitsmarkt schaut, muss unerfreuliche Tatsachen zur Kenntnis nehmen: Mehr Menschen als in den meisten anderen NRW-Kommunen suchen eine Beschäftigung. Im April lag die Quote in Krefeld bei 11,3 Prozent, an Rhein und Ruhr insgesamt waren es 8,4 Prozent.

Negativ fällt auch der mittelfristige Trend aus: Im Vergleich zu den Zahlen der Jahre 2012 und 2008 hat sich die Situation im Agenturbezirk Krefeld verschlechtert (siehe Grafik oben). Die WZ hat bei den Fraktionen im Rat nachgefragt, wie sich der Trend umkehren lässt.

Was kann man tun, um Krefeld als Standort für Firmen attraktiver zu machen?

Die CDU verweist darauf, dass Krefelds Gewerbesteuerhebesatz seit 1990 unverändert bei 440 Punkten liegt. Keine andere kreisfreie Stadt in NRW könne sich hier mit Krefeld messen. Warum sich das auf dem Arbeitsmarkt nicht positiver auswirkt, bleibt allerdings offen.

Die SPD will eine Stadtentwicklungsgesellschaft einrichten, die Wirtschaftsförderung aus einer Hand betreibt. Es gelte, Anliegen von Firmen schneller und zielführender zu bearbeiten.

Die Grünen antworten sehr allgemein: Die Partei setze auf eine innovationsorientierte Wirtschaftsförderung, auf die Vernetzung der wirtschaftlichen Akteure in attraktiven Branchen- und Technologiefeldern, auf Gründungsförderung und auf Maßnahmen, um Fachkräfte in die Stadt zu holen.

Braucht Krefeld das Seidenweberhaus? Wie kann die Stadt für Firmen attraktiver werden? Lässt sich eine lebendige Kulturszene trotz leerer Kassen erhalten? Diese und weitere Fragen hat die WZ den im Rat vertretenen großen Fraktionen gestellt. Die Antworten stellen wir bis zur Kommunalwahl am 25. Mai vor.

Bei den Fragen geht es um sieben Themenbereiche: Schule, Planung, Wirtschaft, Haushalt, Kultur, Sport und Soziales.

Konkreter wird’s bei der FDP: Die Liberalen fordern für Krefeld 300 Hektar gewerbliche Entwicklungsflächen. Zudem brauche der Hafen eine Südanbindung, da die Nordanbindung zur Entwicklung des Areals nicht reiche.

Warum ist das interkommunale Gewerbegebiet so wichtig?

Die CDU bewertet das Areal entlang der A 44 als „Filetstück“. Zusammen mit Meerbusch und Willich könnten dort weitere Logistikfirmen angesiedelt werden.

Die SPD sieht das ebenso: Das Gewerbegebiet verkörpere den Gedanken, regional zu denken und lokal zu handeln, um neue Arbeitsplätze für Krefeld zu schaffen.

Skepsis bei den Grünen: Sie möchten das Areal zwar nutzen, wollen aber nicht nur Logistikbetriebe anlocken, weil deren Flächenverbrauch bei geringer Mitarbeiterzahl und niedrigen Löhnen sehr groß sei.

Für die FDP ist das Gewerbegebiet „ein idealer Standort“, um Betriebe in die Stadt zu holen und damit Gewerbesteuer zu sichern.

Wird genug unternommen, um alte Industrieflächen zu reaktivieren?

Von der CDU kommt ein klares Ja. Private Investoren seien wegen hoher Kosten oft sehr zurückhaltend. Aber die Stadt leiste das, was angesichts knapper Kassen möglich sei. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft arbeite bei der Vermarktung von Flächen erfolgreich.

Die SPD sieht das anders: Der Oberbürgermeister und seine wechselnden Mehrheiten hätten es versäumt, eine kluge Ansiedlungspolitik auf den alten Arealen zu betreiben. Die Partei empfiehlt, das Ruhrgebiet zum Vorbild zu nehmen. Dort sei der Strukturwandel geglückt.

Aus Sicht der Grünen hat Krefeld auf diesem Gebiet Nachholbedarf. Sie fordern ein strategisches Flächenmanagement und den Aufbau eines Flächenkatasters. Natur, Wohnen und wirtschaftliche Entwicklung müssten in Einklang gebracht werden.

Die Liberalen verweisen auf die oft hohen Entsorgungskosten, um alte Industrieflächen zu reaktivieren. Davon abgesehen sei es bei vielen zentral gelegenen Flächen dieser Art sinnvoller, sie nicht erneut für Industrie und Gewerbe zu nutzen, sondern dort Wohnungen zu bauen.

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