Verbraucherzentrale und Eine-Welt-Aktivisten beteiligen sich in Krefeld an der Woche für Fairen Handel. Stände auf Wochenmarkt.

Verbraucherzentrale und Eine-Welt-Aktivisten beteiligen sich in Krefeld an der Woche für Fairen Handel. Stände auf Wochenmarkt.
Christa Redeker vom Eine-Welt-Laden St. Clemens in Fischeln, Christa Heck vom Arbeitskreis Eine Welt Krefeld und Umweltberaterin Caroline Pilling von der Verbraucherzentrale in Krefeld (v.l.) werben für Krefelder Aktionen in der Fairen Woche.

Christa Redeker vom Eine-Welt-Laden St. Clemens in Fischeln, Christa Heck vom Arbeitskreis Eine Welt Krefeld und Umweltberaterin Caroline Pilling von der Verbraucherzentrale in Krefeld (v.l.) werben für Krefelder Aktionen in der Fairen Woche.

Dirk Jochmann

Christa Redeker vom Eine-Welt-Laden St. Clemens in Fischeln, Christa Heck vom Arbeitskreis Eine Welt Krefeld und Umweltberaterin Caroline Pilling von der Verbraucherzentrale in Krefeld (v.l.) werben für Krefelder Aktionen in der Fairen Woche.

Krefeld. Die Verbraucherzentrale Krefeld, der Arbeitskreis Eine Welt und der Eine-Welt-Laden St. Clemens in Fischeln rühren die Werbetrommel für die diesjährige Fair-Trade-Woche. Eigentlich sind es zwei, und sie beginnen am kommenden Freitag. In Krefeld wird der Auftakt auf dem Wochenmarkt am Westwall gemacht, auf dem alle drei vertreten sind: der Weltladen mit fair gehandeltem Kaffee, die Verbraucherzentrale mit Bananen und passenden Rezepttipps sowie Fischelner Eine-Welt-Aktivisten, die vor Ort Currys herstellen.

Seit 2001 gibt es die Faire Woche, doch in diesem Jahr bekommt sie in Krefeld besondere Bedeutung. Denn angestoßen vom Eine-Welt-Laden, den Globalisierungskritikern von Attac und dem Stadtmarketing Krefeld, hat der Rat gegen die Stimmen der CDU beschlossen, dass sich Krefeld als faire Stadt zertifizieren lässt. „Damit bekennt sich Krefeld zum fairen Handel und übernimmt Verantwortung“, sagt Caroline Pilling, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale.

Die Hürden für eine Zertifizierung sind maßvoll aufgelegt: Zwei Produkte aus fairem Handel muss es beispielsweise im Rathaus geben. Mit fair gehandeltem Kaffee und Zucker wäre die Stadt an dieser Stelle schon auf der richtigen Seite. Gastronomie, Einzelhandel, Schulen und Kitas, Vereine und Verbände sowie Hotels und Gaststätten sollen eingebunden werden. Eine Lenkungsgruppe wird den Prozess vorantreiben. Zurzeit, sagt Ulli Cloos, Leiter des Stadtmarketings, sei man dabei, Gastronomie und Handel abzutelefonieren, um zusammenzustellen, was es im Bereich des fairen Handels bei ihnen schon gibt. Das will man zusammenführen und im Antrag auf Zertifizierung abbilden. „Auch wenn es nicht direkt dazugehört, wollen wir die regionalen Produkte dabei auch in den Blick nehmen“, sagt Cloos. „Für uns ist das ein wichtiges Thema – und es passt zu unserem Perspektivwechsel.“

Für Christa Heck vom Aktionskreis Eine Welt und Christa Redeker vom Fischelner Eine-Welt-Laden ist das gelebter Alltag – und bedeutet mehr als nur ein gutes Gewissen, weil man biologisch produzierte und fair gehandelte Waren kauft. „Es ist ein gesellschaftlicher Anspruch, dass Menschen fair miteinander umgehen“, sagt Redeker. „Dazu gehört, dass Produzenten für ihre Waren einen Garantielohn erhalten und nicht in miserablen Verhältnissen leben.“

Stammkunden für ihre geprüften Waren haben beide Läden, es gibt auch eine Schule in Mönchengladbach, die ihren Kiosk vom Eine-Welt-Laden bestücken lässt. Über Neukunden oder Laufkundschaft freuen sich aber beide Initiativen – und über neue ehrenamtliche Helfer im Laden. „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagt Christa Redeker und ergänzend lachend: „50- bis 60-Jährige wären uns auch willkommen.“

Süßigkeiten mit Zertifikat: Ausdauer ist gefragt

Neben dem Verkauf im eigenen Laden – der Fischelner öffnet nur sonntags zu den Gottesdienstzeiten – üben sich die Eine-Welt-Initiativen in Überzeugungsarbeit. „Wenn jeder Mensch nur einmal im Monat ein fair gehandeltes Produkt kauft, wäre den Produzenten schon sehr geholfen“, zitiert Redeker die ehemalige NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn. Erfolg stellt sich nicht immer ein. Ihr Versuch, fair gehandelte Süßigkeiten in Martinstüten zu bringen, sei noch längst nicht überall gelungen, nennt Redeker ein Beispiel. Verberg, Traar, Hüls oder auch Krefelds Süden gehen da mit gutem Beispiel voran.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer