Zwei Amateure, ein Profi: In einem Krefelder Spielzeugladen hat die WZ getestet, wer besser Weihnachtsgeschenke einpacken kann.

Zwei Amateure, ein Profi: In einem Krefelder Spielzeugladen hat die WZ getestet, wer besser Weihnachtsgeschenke einpacken kann.
Birgitta Brender (l.) ist zufrieden mit ihren Nachwuchseinpackern.

Birgitta Brender (l.) ist zufrieden mit ihren Nachwuchseinpackern.

Birgitta Brender (l.) ist zufrieden mit ihren Nachwuchseinpackern.

Birgitta Brender (l.) ist zufrieden mit ihren Nachwuchseinpackern.

Umwickeln, an den Kanten abknicken und dann festkleben: Die Versuchseinpacker der WZ versuchen die Tipps der Profis umzusetzen.

Ob klein oder groß: Einpacken ist gar nicht mal so leicht. Am Ende des Crashkurses werden die Ergebnisse mit fachmännischem Blick von der erfahrenen Einzelhändlerin beurteilt. Fotos (5): Jochmann

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Birgitta Brender (l.) ist zufrieden mit ihren Nachwuchseinpackern.

„Schnickschnack machen wir nicht.“ Das ist die klare Ansage von Birgitta Brender, die mit ihrem Mann seit 28 Jahren den Spielzeugladen Hülldopp an der Evertsstraße führt. Genug Erfahrung um uns Kontrahenten ganz genau auf die Finger zu schauen – und hilfreiche Tipps und Anweisungen zu geben.

Selbsteinschätzung: Gleichstand auf niedrigem Niveau

Um die Frage zu klären, ob Frauen oder Männer besser einpacken können, stehen sich zwei Kandidaten gegenüber, die ihre Einpackkünste gleichermaßen Bescheiden einschätzen: „Nicht vorhanden“, fasst die Kollegin ihre Fähigkeiten vor dem großen Test trocken zusammen. Ihr Gegner ist auch nicht gerade für ordentliche Schleifen und Knicke bekannt. Der Test findet unter realen Bedingungen statt. Im Spielzeugladen wuseln die Kunden umher. Vier Verkäufer schwirren herum.

Zum Aufwärmen wählt Mitinhaberin Birgitta Brender gleich den Sprung ins kalte Wasser. Eine Kundin möchte zwei dünne, gleichgroße Bücher eingepackt haben, um sie zu Weihnachten zu verschenken – und sie hat natürlich nicht viel Zeit. Die Kandidaten reißen zügig das Papier von der großen Rolle im Kassenbereich. „Nehmen sie nicht zu viel, sonst lässt es sich nicht mehr umschlagen“, mahnt die Expertin.

Zu spät für das männliche Versuchsobjekt – das relativ feste Papier lässt sich schon nicht mehr so leicht an den Kanten umwickeln. Die Kundin schaut derweil schon kritisch. Der Druck steigt. Jetzt kann nur noch mit der Schere nachgearbeitet werden. Derweil glitzert in den Augen der Kollegin schon der Triumph. Nur die letzten Tesafilmstreifen fehlen noch und das erste Geschenk ist verpackt und sieht auch ganz passabel aus. Wäre da nicht die Kundin. „Haben Sie noch nie eingepackt? Das ist doch kein Weihnachtspapier“, fragt die vorwurfsvoll. Selbstverständlich erst, als beide Bücher eingepackt sind.

„Haben Sie noch nie eingepackt? Das ist doch kein Weihnachtspapier.“

Das Urteil einer Kundin

Das hat gesessen. Die Amateur-Einpacker können nur verlegen darauf hinweisen, dass das Papier mit den kunterbunten Vierbeinern doch auch ganz schön ist. Expertin Birgitta Brender macht Mut: „Das sieht doch schon sehr gut aus. Heute Abend haben Sie es drauf.“ Jetzt ist die Chefin dran. Am Beispiel eines Holzspielzeugs mit vielen einzelnen Elementen zeigt sie der Kollegin Schritt für Schritt, wie einfach Einpacken sein kann.

„Egal, was es ist. Sie wickeln es einmal ein und dann wird an den Kanten alles eingeklappt.“ Zwei, drei Klebestreifen später kommt die Schleife dran. Nur das Einkringeln des grünen Schleifenbands mit der Schere sieht noch etwas unbeholfen aus. Mit der Anleitung der Einzelhändlerin ist das Weihnachtsgeschenk für den Nachwuchs des Kunden nach wenigen Minuten fertig. „Das war schon sehr gut. Da sehe ich großes Potenzial“, sagt Brender. Das gibt Selbstvertrauen. Danach ist kurz Zeit für ein einen Material-Tipp: „Wir halten es Simpel beim Einpacken. Die Kinder reißen sie meist sowieso nur schnell auf“, sagt Brender. Dafür lege das Hülldopp-Team mehr Wert auf die Geschenkpapier-Qualität. „Wenn es etwas fester ist, reißt es nicht so schnell und sie brauchen auch nicht so viel.“

Nach den Lehrminuten geht es jetzt ans Eingemachte: Zwei Bilderbücher im Mini-Format warten schon auf die Einpack-Lehrlinge. Das Finale wird zum Sprint. Die Tipps zeigen ihre Wirkung. Beide Kandidaten haben jetzt einen klare Vorstellung, wie sie zu ihrem Ziel kommen: Ein Geschenk, das aussieht, als hätte es ein Profi im Geschäft verpackt. Zurück zum Finale: „Na wie sieht es aus? Ich bin schon fertig“, sagt die Kollegin siegessicher. Zu dem Zeitpunkt klappt der Kollege gerade noch die zweite Kante ein.

Jetzt kommt es auf das neutrale Urteil der Expertin an. „Ich möchte diplomatisch sein, sie waren beide sehr gut. Er war etwas zaghafter, aber auch sorgfältig. Sie war dafür schneller.“ Genauso clever beantworten die Geschäftsinhaber die Frage, ob Frauen oder Männer besser einpacken können: „Mein Mann kann sehr gut sperrige Geschenke einpacken.“ „Meine Frau hat dagegen ein besseres Händchen bei der Farbauswahl“, sagen Birgitta und Ralf Brender.

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