In einer 24-Stunden-Schicht übt die Jugendfeuerwehr Fischeln die Arbeit der Berufsfeuerwehr.

Zum Glück alles nur gestellt: Nach einem vermeintlichen Wohnungsbrand steht Pyrotechniker Christian Hebenstreit lichterloh in Flammen.
Zum Glück alles nur gestellt: Nach einem vermeintlichen Wohnungsbrand steht Pyrotechniker Christian Hebenstreit lichterloh in Flammen.

Zum Glück alles nur gestellt: Nach einem vermeintlichen Wohnungsbrand steht Pyrotechniker Christian Hebenstreit lichterloh in Flammen.

Für die Mitglieder der Jungfeuerwehr geht es an die Löscharbeiten.

Jochmann, Bild 1 von 2

Zum Glück alles nur gestellt: Nach einem vermeintlichen Wohnungsbrand steht Pyrotechniker Christian Hebenstreit lichterloh in Flammen.

Krefeld. Reinhild Lüpertz hatte die 112 gewählt. „Kommen sie schnell zur Hafelstraße/Ecke Kimplerstraße, hier brennt es und mindestens zwei Personen scheinen eingeschlossen zu sein“, lautete ihre aufgeregte Meldung.

Bei strömendem Regen übte die Fischelner Jugendfeuerwehr jetzt für den Notfall. Ziemlich echt sah die Rettungsübung allemal aus. Eine Brandspur hatte sich vor dem leerstehenden Gebäude, das früher Pfadfindertreff war, breit gemacht. Während in dem verqualmten Gebäude Menschen eingesperrt schienen, schaffte einer den Weg nach draußen. Pyrotechniker und Stuntmen Christian Hebenstreit (39) brannte lichterloh; er hatte sich schwer entflammbare Unterwäsche, einen Rennanzug und eine Weste mit einem speziellen Glasfasergewebe übergezogen.

Ölspur, Containerbrand und Feueralarm

Es war für die 14 Jungfeuerwehrleute des Löschzuges Fischeln (zwischen zwölf und 17 Jahren) – darunter ein Mädchen, die 14-jährige Kimberly – ein besonderer Tag und eine besondere Nacht. Denn für sie hatte es eine 24-Stunden-Schicht gegeben. Ein Event, bei dem der Nachwuchs sein theoretisches Wissen bei einigen praktischen Übungen zeigen konnte. Dazu gehörten unter anderem die Beseitigung einer Ölspur am Grundend, in unmittelbarer Nähe der Straßenbahnhaltestelle; ein Containerbrand am Sterkenhofweg oder das Ausrücken, als sich an einigen Hülser Firmen die Brandmeldeanlage meldete. Blinder Alarm gehörte natürlich auch dazu.

„Bisher ist es ganz gut gelaufen“, zieht Gruppenführer Volker Nissing ein Zwischenfazit. Auch er habe nicht gewusst, welche Einsätze sich Mike Nagtzaam und Ausbildungsleiter Thomas Bobek hatten einfallen lassen. Zurück zum vermeintlichen Brand am ehemaligen Pfadfinderheim: Der erste Angriffstrupp mit dem 14-jährigen Paolo arbeitet sich mit Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen-Attrappen mutig nach vorn. Andere übernehmen die Erstversorgung der vier „Verletzten“; drei davon Mitglieder der Jugendfeuerwehr Traar.

Und als der große Regen mit Donner und Blitz einsetzte und viele Zuschauer, darunter auch Löschzugführer Burkhard Wissmanns, unter großen Bäumen Schutz suchten, schaltete sich sofort der echte Notarzt Dr. Ullrich Lenssen ein und orderte die Beobachter aus Sicherheitsgründen von den Bäumen weg.

Der 17-jährige Philipp war beim Brandeinsatz mit für die Wasserversorgung zuständig. „Klar, möchte ich zur aktiven Wehr wechseln, vor allem die Kameradschaft ist hier bei uns Klasse“, sagt er. „Ich finde es gut, dass man hier die Möglichkeit hat, Menschenleben zu retten“, betont Kimberly.

Der Berufsfeuerwehrtag, der zum fünften Mal stattfand, soll den Zusammenhalt und die Kameradschaft stärken. Die jungen Leute übernachten zwischen den Einsätzen in einem großen Zelt an der Rettungswache. Wer Lust hat, mitzumachen und mindestens zwölf Jahre alt ist, kann eines der regelmäßigen Treffen besuchen: jeden zweiten Dienstag (das nächste ist am 22. Juni) ab 18 Uhr in der Rettungswache, Kölner Straße 618-620. Infos:

www.fffischeln.de

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