IT-Systeme im Gesundheitswesen sind Schwerpunkt des Kompetenzzentrums.

Krefeld. „Es gibt kaum eine Branche, in der die IT-Unterstützung im Bezug auf Vernetzung und ökonomisches Handeln so wenig fortgeschritten ist wie im Gesundheitswesen“, umreißt Professor Thomas Lux im Gespräch mit der WZ die Grundidee für sein Engagement. Als Leiter des Kompetenzzentrums eHealth der Hochschule Niederrhein will er Forschungsprojekte in der Gesundheitsinformatik anstoßen und eine Plattform für den Informationsaustausch zwischen Unternehmern, Wissenschaftlern, Medizinern und Politikern schaffen.

Zum Gründungs-Workshop kamen mehr als 100 Teilnehmer

Wie groß der Bedarf an solchen Dienstleistungen ist, sei an der Zahl von mehr als 100 Teilnehmern am Gründungs-Workshop ablesbar. Dazu gehören Krankenhäuser, medizinisch-technische sowie IT-Unternehmen und Krankenversicherungen. „Experten haben aktuelle Herausforderungen und Trends vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert“, berichtet der 44-jährige Lehrstuhlinhaber für Prozessmanagement. Vorgestellt wurden unter anderem Software-Systeme für niedergelassene Ärzte und deren Vernetzung sowie die Online-Strategie der Kassenärztlichen Vereinigung.

Als promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker bringt Lux vor allem auch die Kenntnisse in Ökonomie mit, die im Gesundheitswesen heute so dringend gefragt sind. Das Team mit Professorin Sylvia Thun als Medizinerin und Professor Hubert Ottens als Logistikexperte vereine zusammen mit einem achtköpfigen Mitarbeiterteam alle erforderlichen interdisziplinären Kompetenzen im neuen Zentrum, das im Bereich der angewandten Forschung einzigartig sei.

Schon jetzt verfüge man über ein Gesamtbudget für aktuelle Forschungsprojekte von vier Millionen Euro. Das größte Projekt „Standards zur Unterstützung von eCommerce im Gesundheitswesen“ wird vom Bund mit 1,5 Millionen Euro gefördert. „Wir finanzieren uns dank der Fördergelder und Beiträge beteiligter Unternehmen selbst“, freut sich Lux über „die in der deutschen Hochschullandschaft einzigartigen Bedingungen. Stolz ist er auch auf den bundesweit einmaligen Bachelor-Studiengang „eHealth - IT im Gesundheitswesen“ mit aktuell über 100 Studierenden.

Weniger Dokumentationsaufwand für Ärzte und Pflegekräfte

Die ganze Branche profitiere davon. „Das Schaffen von Standards und die Vernetzung mit Hilfe moderner IT-Technik vereinfachen den Beschaffungsprozess in Krankenhäusern“, nennt Lux Beispiele. Ärzte und Pflegekräfte könnten von aufwändigen Dokumentationsarbeiten befreit werden. Patienten- und Fallzahlen seien besser kalkulierbar bis hin zur Nachbestellung von medizinischem Material und zur Einhaltung von Medikationssicherheit und Hygiene. Dazu brauche man die angestrebte Schnittstelle für die digitale Datenerfassung.

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