Mit den „White-Bikes“ will die Polizei zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr mahnen.

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Markus Stephan und Karl-Josef Klauer haben das erste „White-Bike“ an der St.-Töniser-Straße angekettet.

Markus Stephan und Karl-Josef Klauer haben das erste „White-Bike“ an der St.-Töniser-Straße angekettet.

Dirk Jochmann

Markus Stephan und Karl-Josef Klauer haben das erste „White-Bike“ an der St.-Töniser-Straße angekettet.

Krefeld. Jeder dritte Unfallverletzte in Krefeld ist ein Fahrradfahrer. "Besonders Kinder, Jugendliche und ältere Radfahrer sind betroffen", sagt Markus Stephan, Leiter des Verkehrskommissariats Prävention. Jetzt sollen die sogenannten "White-Bikes" die Verkehrsteilnehmer zu mehr Vorsicht, Rücksicht und Sicherheit im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Insgesamt drei der weißen Räder sind schon im Einsatz

Das erste, der weiß lackierten Räder steht seit Donnerstag an der Ecke St.-Töniser-Straße und Gatherhofstraße. Am Freitag werden zwei weitere am Hauptbahnhof und an der Ecke Ostwall/Rheinstraße abgestellt. Sie sollen auffallen und dazu beitragen, dass jeder Verkehrsteilnehmer sein Verhalten reflektiert. "Jeder ist ein Vorbild, besonders für Kinder und Jugendliche", so Stephan.

Nicht zuletzt durch die großen Hinweistafeln fallen die Zweiräder sofort ins Auge. Mit Appellen wie "Lieber langsam fahren als schnell sterben" oder "Kein Helm - kein Hirn" sollen sie auch provozieren. "Jeder, der auch nur einen kleinen Moment über den Spruch und die ganze Aktion nachdenkt, ist für uns ein Gewinn", sagt Markus Stephan.

Alle vier Wochen sollen die Räder ihren Standort ändern. Vorgesehen sind Örtlichkeiten mit erhöhter Unfallhäufigkeit oder besonderen Gefahren für schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer. Wenn die Aktion Erfolg hat und die Aufmerksamkeit der Krefelder erregt, werden weitere Drahtesel lackiert. Rekrutiert werde sie aus dem Fundus der Polizei. "Das sind alles Fundfahrräder, die nie von ihrem Besitzer abgeholt wurden, und die auch bei den Versteigerungen keinen Abnehmer gefunden haben. Sie würden sonst in der Schrottpresse landen", erklärt Karl-Josef Klauer, Leiter der Verkehrsdirektion.

Vorbild für die "White-Bikes" sind die "Ghost-Bikes" , die seit 2003 in den USA stehen. Andres als die Krefelder Variante ist jedoch, dass sie an Verkehrpunkten aufgestellt werden, an denen ein Radfahrer tödlich verletzt wurde. "Ähnlich wie die zahlreichen Kreuze auf Deutschlands Landstraßen. Wir hingegen wollen aber nicht auf den Tod hinaus, sonder nur zu mehr Vorsicht mahnen", sagt Stephan.

Für alle, die ein "White-Bike" im Stadtgebiet zum ersten Mal sehen, ist am Lenker eine Erklärungstafel angebracht, die über Entstehung und Sinn der Aktion aufklärt. Wer sich aber schon vorab über die "White-Bikes" informieren möchte, kann dies auf der Internetseite der Polizei.

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