Ab 1. Juli werden in Krefeld drei Stützpunkte eingerichtet, in denen Angehörige und Pflegekräfte Rat und Hilfe finden.

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Fragen werden in den neuen Pflegestützpunkten beantwortet.

Fragen werden in den neuen Pflegestützpunkten beantwortet.

dpa

Fragen werden in den neuen Pflegestützpunkten beantwortet.

Krefeld. Es passierte von einem Tag auf den anderen. "Plötzlich erhielt ich die schockierende Nachricht, dass mein Vater ein Pflegefall wird", berichtet die 51-jährige Angestellte, die ihren Namen nicht sagen möchte. "Gegen den Nierentumor konnten die Ärzte nichts mehr ausrichten und haben ihn aus dem Krankenhaus entlassen. Ich wusste überhaupt nicht, wie es weitergehen soll. Mein Vater konnte nicht einmal mehr aus dem Bett aufstehen."

So wie der 51-Jährigen geht es vielen Betroffenen und Angehörigen. Plötzlich werden sie mit einem Problem konfrontiert, dem sie auf Anhieb nicht gewachsen sind und sein können. Jetzt gibt es Hilfe. Am 1. Juli werden drei so genannte Pflegestützpunkte als zentrale Anlaufstellen eingerichtet. Dort gibt es zu Fragen rund um das Thema "Pflegebedürftigkeit" die passenden Antworten und richtigen Hilfestellungen.

Die Stützpunkte sind ein Ergebnis der Pflegereform

Die Pflegestützpunkte resultieren aus der Pflegereform, die Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften stärkere Unterstützung geben soll. Das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales fördert die Einrichtungen und bewertet sie nach zwei Jahren.

"In Krefeld machen sich die Stadt und die beiden Pflege- und Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg und Pronova BKK stark", berichtet Sozialdezernent Roland Schneider und erwähnt, dass die Stadt bereits seit 15 Jahren das Pflege-Informations-Büro an der Carl-Wilhelm-Straße betreibt, das weiterhin bestehen bleibt. Die Stadt öffnet zusätzlich zum Standort Fabrik Heeder weitere zwei Dependancen, so dass es eigentlich sogar fünf neue Standorte in Krefeld gibt.

Thomas Meertz, Regionaldirektor der AOK, ergänzt: "Unsere beiden Kassen sind die einzigen in Krefeld, die sich beteiligen." Im Rheinland sei auch die Zahl der Kommunen, die Pflegestützpunkte einrichten, mit sieben von 26 relativ gering. Krefeld sei vorne mit dabei, berichtet er weiter.

Die Zahl der Bürger über 80 Jahre wird sich bis 2030 fast verdoppeln

Stadt Krefeld, Fabrik Heeder, Virchowstraße 128, montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Dependance Hüls, Konventstraße 17, mittwochs, 14 bis 17 Uhr. Dependance Fischeln, Nachbarschaftsladen, Erkelenzer Straße 81-83, donnerstags 9 bis 12 Uhr. AOK Rheinland/Hamburg, Friedrichstraße 27-31, montags, dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr. Pronova BKK, Rheinuferstraße 7-9, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr.

"Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag", so Dieter Rajic, Leiter Pflegekasse der Pronova BKK. "Wir beraten jeden, der zu uns kommt, auch Kunden anderer Kassen." Ein kompetentes Beraterteam für das Rundum-Pflegepaket, das sich sowohl mit Sozialhilfe und Pflegeversicherungen auskennt als auch Fragen zu medizinisch-pflegerischen Aspekten beantworten kann, steht an allen Pflegestützpunkten bereit.

Wie wichtig diese Anlaufstellen jetzt und in Zukunft sind, verdeutlicht Walter Adelfang, Leiter des Fachbereichs Soziales, mit Blick auf die demografische Entwicklung: "Zurzeit haben wir in Krefeld 12100 Bürger, die über 80Jahre alt sind. In 2020 sind es 17 600 und im Jahr 2030 wird die Zahl auf 19600 Senioren angewachsen sein."

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