Einige Unternehmen versuchen mit Versprechungen, die Kunden lange an sich zu binden. Die Verbraucherzentrale gibt Verhaltenstipps.

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Ärger mit dem Telefonanbieter: Wer auf vollmundige Versprechen hereinfällt, bindet sich möglicherweise unnötig lang. Archiv

Ärger mit dem Telefonanbieter: Wer auf vollmundige Versprechen hereinfällt, bindet sich möglicherweise unnötig lang. Archiv

dpa

Ärger mit dem Telefonanbieter: Wer auf vollmundige Versprechen hereinfällt, bindet sich möglicherweise unnötig lang. Archiv

Krefeld. Der Unmut über die Tricks der Telefonanbieter wächst. Rund ein Drittel der Verbraucher kennt den Ärger mit Handy, Internet oder Telefon, hat laut Verbraucherzentrale den Durchblick durchs Dickicht der vollmundigen Werbeversprechen, die selten gehalten werden, verloren. Besonders bei unangemeldeten Anrufen mit Tarif- und Serviceangeboten sei äußerste Vorsicht geboten. Die Verbraucherberatungen haben das Thema zu ihrem Weltverbrauchertag aufgegriffen und zeigen schwerpunktmäßig in dieser Woche „Wege ‘raus aus dem Labyrinth der Telefonanbieter“.

Widerruf innerhalb von 14 Tagen ist in vielen Fällen möglich

In der Krefelder Zentrale versperren mannshohe Handys aus Pappe den geraden Weg in die Geschäftsräume und versinnbildlichen das Labyrinth. „Trotz schrittweiser Verbesserungen der Kundenrechte lassen Telekommunikationsanbieter mit scheinbar lukrativen Ködern und schwer durchschaubaren Offerten nicht von ihrer Kundenjagd ab“, berichtet Elisabeth Elsner, die Leiterin der Krefelder Beratungsstelle an der Petersstraße. „Die Anbieter kämpfen mit harten Bandagen.“

Schon der erste Werbeanruf ohne Zustimmung des Angerufenen sei gesetzeswidrig. „Die Krux dabei ist: Kommt hierbei ein Vertrag zustande, ist er dennoch gültig. Kunden, die ihren Fehler bemerken, können ihn jedoch meist innerhalb von 14 Tagen in Textform widerrufen.“

Anders ist es bei Abschlüssen im Shop nach einem Gespräch Auge in Auge. „Da gilt kein Widerrufsrecht.“ Hier sei es besser, zu verhandeln, sich die Unterlagen mitgeben zu lassen und zu kontrollieren, sagt Doris Pesch von der Verbraucherzentrale.

Bei einem Anruf sei man nur auf der sicheren Seite, wenn man sich auf nichts einlässt. Elsner: „Oft zielen Werbetelefonate darauf ab, den Kunden mit einem bald auslaufenden Vertrag für weitere 24 Monate zu binden und einen Wechsel zu einem anderen Anbieter zu verhindern.“

Die Beratungsstelle befindet sich an der Petersstraße 55-57. Öffnungszeiten: Montags 9.30 bis 13 und 14 bis 18.30 Uhr; dienstags 9 bis 15 Uhr; donnerstags 9.30 bis 13 und 14 bis 18.30 Uhr; freitags 9 bis 15 Uhr. Telefon 2 91 62. www.vz-nrw.de/krefeld

Orientierungshilfe durch den Tarif- und Vertragsdschungel auf dem Kommunikationsmarkt bietet die Info-Schau „Im Labyrinth der Telefonanbieter“ bis zum 22. März.

Der Ratgeber „Ärger mit Handy, Internet oder Telefon“ ist ein kleines Buch, das 8,90 Euro kostet. Beide zeigen auf, wie Fallen umgangen und welche Mittel eingelegt werden können, wenn es doch passiert ist.

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