Krefelder Geschäftsmann betrieb Plantage mit 240 Pflanzen.

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Mit seiner Cannabis-Plantage wollte der angeklagte Geschäftsmann seine Finanzprobleme lösen.

Mit seiner Cannabis-Plantage wollte der angeklagte Geschäftsmann seine Finanzprobleme lösen.

dpa

Mit seiner Cannabis-Plantage wollte der angeklagte Geschäftsmann seine Finanzprobleme lösen.

Krefeld. Pizza im Erdgeschoss, Cannabis in der ersten Etage - ein Pizzabäcker (49) hatte, als er noch in Krefeld über seinem Geschäft im eigenen Mehrfamilienhaus wohnte, in einem Anbau eine Cannabis-Plantage mit zuletzt 240 Pflanzen betrieben. Wegen unerlaubten Anbaus von Betäubungsmitteln in sieben Fällen verurteilte ihn gestern die zweite Große Strafkammer am Landgericht zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Angefangen hatte er im Herbst 2005. Die Pizzeria lief nicht so gut und gemeinsam mit einem ebenfalls im Haus wohnenden Mann kam der Angeklagte auf die Idee, eine Plantage aufzubauen. "Ich sah das als einzige Möglichkeit, um schnell an Geld zu kommen", sagte Angeklagte. Sein Mittäter, der gesondert verurteilt worden ist, hatte schon Erfahrung mit der Zucht von Marihuana-Pflanzen.

Bis Ende 2006 wurden so drei Ernten eingefahren, mit einem Ertrag von je 1,5 Kilogramm, die von dem Mittäter an einen Dealer für 2800 Euro pro Kilogramm verkauft wurden.

Sechs Kilogramm Marihuana für 3000 Euro verkauft

Ende 2006 hatte sich der Angeklagte mit seinem Kumpanen überworfen und züchtete die Pflanzen alleine weiter. Die rund sechs Kilogramm Marihuana pro Ernte verkaufte er nun selbst an einen Holländer für 3000 Euro pro Kilogramm.

Nach einer Missernte wurden noch drei Ernten vom Gericht für die Strafzumessung verurteilt. Im April 2009 durchsuchte die Polizei das Haus. Sie beschlagnahmte die 240 ausgewachsenen Cannabis-Pflanzen mit einem Gesamtwirkstoffgehalt von 594 Gramm THC, sowie mehrere Lampen und Lüfter der professionell aufgebauten Anlage.

Auf die Schliche kam die Polizei dem 49-Jährigen durch die Überwachung des ersten Dealers, zu dem er immer noch Kontakt hatte, um Utensilien für seine Plantage zu kaufen.

Das Gericht hielt dem Angeklagten vor allem sein Geständnis zu Gute, Hätte er geschwiegen, wäre eine Gesamtstrafe jenseits von fünf Jahren in Betracht gekommen. Wegen der Verfahrensdauer wurden ihm drei Monate erlassen.

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