Zwei Brüder müssen sich wegen Totschlag und Körperverletzung vor Gericht erklären. Mehrere Zeugen haben enorme Probleme, sich an die Einzelheiten der Schlägerei zu erinnern.

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Bischof, Andreas (abi)

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Krefeld. Vor Prozessbeginn übermannt es den jüngeren der beiden Angeklagten. Der erst 15-jährige K. kämpft mit den Tränen. Dabei geht es in dem Prozess vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts vor allem um die Rolle seines 18-jährigen Bruders. Der Mitangeklagte K. soll in einer Januarnacht bei einer Auseinandersetzung laut Staatsanwaltschaft drei Männer durch Messerstiche teilweise lebensbedrohlich verletzt haben. Durch seinen Verteidiger Arno Dhein legt der ältere der beiden Brüder ein Geständnis ab.

Demnach hätte er gegen 5 Uhr morgens nach einer durchzechten Nacht vor einer Bar an der Sternstraße einen Streit mit der Geschädigten S. gehabt, in dessen Folge es zu einer Massenschlägerei gekommen sei. „Als ich dann meinen jüngeren Bruder auf dem Boden liegen sah, habe ich das Messer gezogen und zugestochen“, erklärt der 18-Jährige durch seinen Verteidiger. Drei Personen erleiden Stichverletzungen und müssen im Krankenhaus teilweise notoperiert werden. Nach der Tat sei der Angeklagte zu einer Bekannten gegangen. Die Tatwaffe habe er weggeworfen. Sein Bruder will keine Angaben zu dem Abend machen.

Andere Zeugen wollen etwas sagen, haben aber enorme Probleme, sich an die Einzelheiten der Schlägerei zu erinnern. So können sich die Geschädigte S. und vor allem die Zeugin R. die Geschehnisse der Nacht nur teilweise ins Gedächtnis rufen. Beide waren bei ihrer ersten Befragung durch die Polizei laut eigener Aussage noch betrunken. „Ich weiß kaum noch etwas von dem Abend“, sagt die Zeugin R. auf die Fragen der Vorsitzenden Richterin. Auch das geschädigte Brüderpaar R. erklärt, an dem Abend nicht unerheblich getrunken zu haben. Zumindest an den Beginn der Schlägerei können sie sich aber noch erinnern. Wer mit dem Messer zustach, wissen aber auch sie nicht. Die Verhandlung wird fortgesetzt. 

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