Uerdingerin ärgert sich über Aldo de Cassan. Rolli-Fahrer würden nur schwer an seinem Laden vorbeikommen.

Uerdingerin ärgert sich über Aldo de Cassan. Rolli-Fahrer würden nur schwer an seinem Laden vorbeikommen.
Marianne Krischer und Seniorchef Aldo de Cassan auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft.

Marianne Krischer und Seniorchef Aldo de Cassan auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft.

Andreas Bischof

Marianne Krischer und Seniorchef Aldo de Cassan auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft.

Uerdingen. Marianne Krischer ist eine Frau, die nicht nur hinguckt, sondern sich engagiert, wenn sie findet, dass Unrecht geschieht. So geschehen vor einigen Tagen an der Von-Brempt-Straße in Uerdingen. „Ich sah eine Frau mit Rollator aus dem Geschäft von de Cassan kommen. Keiner half ihr und sie konnte auch nicht den Bürgersteig benutzen, weil der Inhaber dort mit zwei Gästen saß und kein Platz blieb für die Frau mit Rollator, zumal Aldo de Cassan nicht neben, sondern vor dem Tisch saß.“

Es kam zu einem Wortgefecht, in das sich die 77-Jährige, die nach einem Wirbelbruch seit zwei Wochen ebenfalls den Rollator nutzen muss, einmischte. Krischer: „Ich habe ihn gefragt, warum er so weit auf dem Bürgersteig sitzt und er hat geantwortet, dass er den Bürgersteig gemietet hätte und wir die stillgelegte Straße benutzen könnten. Ein Gast an seinem Tisch beschimpfte mich zudem lautstark.“

Menschen mit Behinderungen sollen auf Straße ausweichen

Diese Vorgehensweise kann und will Krischer so nicht stehenlassen und wendete sich an die WZ sowie die Ordnungsbehörde der Stadt. Aldo de Cassan bestätigt, dort mit zwei Gästen gesessen zu haben, sieht die Vorkommnisse aber anders: „Wir kennen unsere Kundin. Sie möchte keine Hilfe, nur, dass wir ihr die Türe aufhalten.“ Sohn Fabian de Cassan sagt: „Wenn sich jemand aufregen möchte, findet er immer einen Grund. Wenn die Menschen mit Rollatoren am Halteverbotsschild auf dem Bürgersteig vorbeikommen, kommen sie auch bei uns vorbei.“ Der Vater ergänzt: „Ich habe nicht viel gesagt, der Mann an meinem Tisch hat sich aufgeregt. Ich mache immer Platz. Dass die Frauen die Straße benutzen sollen, habe ich nie gesagt.“

Marianne Krischer findet es weiterhin unerhört, dass die behinderten Menschen auf die Straße ausweichen sollen. „Es ist zwar eine Fußgängerzone, die nur für den Lieferverkehr freigegeben ist, aber die Autofahrer düsen hier immer durch“, erklärt sie die gefährliche Lage. Zum Ortstermin mit der WZ ist auch Hans-Joachim Hofer vom Tiefbauamt gekommen. „Ich möchte das mit allen Beteiligten vor Ort klären“, sagt er. „Hier gibt es eine Sondernutzungsgenehmigung, nach der ein Tisch von 60 mal 60 Zentimetern Größe und zwei Stühle platziert werden dürfen. Ein dritter Stuhl ist nicht erlaubt, das ist ein Verstoß gegen die Nutzung.“ Was er als ebenso wichtig erachtet ist, „dass die Menschen alle friedlich zusammen leben können und einander helfen. Solche unschönen Vorgänge wollen wir nicht.“ Schließlich findet die Auseinandersetzung mit einem Händedruck von Marianne Krischer und Aldo de Cassan ein versöhnliches Ende und Hans-Joachim Hofer spendiert einen Kaffee für alle.

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