Neue Ausschreibungen für 20-Millionen-Bau gefordert.

So sieht in einem Entwurf die geplante Glasüberdachung für den Haltestellenbereich Rheinstraße auf dem Ostwall aus.
So sieht in einem Entwurf die geplante Glasüberdachung für den Haltestellenbereich Rheinstraße auf dem Ostwall aus.

So sieht in einem Entwurf die geplante Glasüberdachung für den Haltestellenbereich Rheinstraße auf dem Ostwall aus.

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So sieht in einem Entwurf die geplante Glasüberdachung für den Haltestellenbereich Rheinstraße auf dem Ostwall aus.

Krefeld. Der Umbau des Haltestellenbereichs „Rheinstraße“ auf dem Ostwall wird sich möglicherweise um ein Jahr verzögern. In einem Rechtsgutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat, wird nach Informationen unserer Zeitung für die Vergabe von Bauleistungen eine europaweite Ausschreibung gefordert. Wie die WZ exklusiv berichtete, hatten zuvor städtische Rechnungsprüfer Alarm geschlagen, weil die Verwaltung freihändig Architekten- und Ingenieurleistungen an bestimmte Büros vergeben wollte. Dafür soll die Auftragssumme aber zu hoch sein. Bislang hatte die Verwaltung die Meinung vertreten, bereits zuvor mit anderen Leistungen beauftragte Büros könnten auch die Folgeaufträge erhalten, ohne dass es einer Ausschreibung bedarf. Das allerdings rief die hauseigene Revision auf den Plan. Sie monierte die vorgesehene Vergabe von drei Auftragsvergaben – und zumindest in zwei Fällen soll das Rechtsgutachten diese Auffassung stützen. Wird dem Sachverständigen gefolgt, dürfte der Zeitplan des 20 Millionen Euro teuren Projekts weiter ins Wanken geraten, denn schon jetzt gibt es mehrmonatigen Zeitverzug.

Summe aller Aufträge liegt über dem Schwellenwert

Bei den Aufträgen geht es um die Vorbereitung der Bauausführung von Verkehrsanlagen, Gleisen und Technik sowie Ingenieurleistungen für die statische Veränderung und den Umbau der später zu verschließenden Ostwall-Unterführung. Die Brutto-Honorarsummen dafür liegen zwischen rund 98 500 und 168 000 Euro. Die Grenze, ab der europaweit auszuschreiben ist, liegt zwar erst bei 193 000 Euro netto. Die Rechnungsprüfer betonen aber, dass die Honorare für zuvor an die Büros vergebene Aufträge addiert werden müssten – sämtliche Teilaufträge wären demnach als Ganzes anzusehen, womit die Summe über dem Schwellenwert liegt. Ursprünglich war geplant, die 20,71 Millionen Euro teure Baumaßnahme 2013 abzuschließen. Sie sieht als prägnante Veränderung eine Glasüberdachung des Haltestellenbereichs vor. Aber auch eine Verlegung der Schienen und die Weiterführung der K-Bahn Richtung St.-Anton-Straße ist im Zuge des Umbaus geplant. Mit der Bedingung einer Fertigstellung Ende 2013 ist auch ein Zuschuss in Höhe von 9,16 Millionen Euro verknüpft, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gewährt. In der Verwaltung hofft man allerdings, dass sich bei einer Verzögerung mit dem Zuschussgeber noch verhandeln lässt. Allein die späte Verabschiedung des städtischen Haushalts für die Jahre 2009 und 2010 hatte schon einige Monate gekostet. So wurde zuletzt mit einem Baubeginn Anfang 2012 gerechnet. Die Stadtverwaltung wollte gestern gegenüber der WZ keine Stellung nehmen. „Wir stehen erst der Politik am 20. Juli Rede und Antwort“, so Stadtsprecherin Angelika Peters. Dann findet eine Sitzung des Vergabeausschusses statt, der sich eigentlich schon heute mit dem Thema auseinandersetzen wollte. Der Termin war aber verschoben worden.

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