Die Krefelder Polizei verzeichnet für 2015 den niedrigsten Stand bei Kollisionen mit Personenschaden.

Im Vergleich zum Vorjahr kann die Krefelder Polizei einen Rückgang der Unfallzahlen mit verunglückten Personen verzeichnen. Grafik: klxm
Im Vergleich zum Vorjahr kann die Krefelder Polizei einen Rückgang der Unfallzahlen mit verunglückten Personen verzeichnen. Grafik: klxm

Im Vergleich zum Vorjahr kann die Krefelder Polizei einen Rückgang der Unfallzahlen mit verunglückten Personen verzeichnen. Grafik: klxm

Im Vergleich zum Vorjahr kann die Krefelder Polizei einen Rückgang der Unfallzahlen mit verunglückten Personen verzeichnen. Grafik: klxm

Krefeld. Polizeidirektor Karl-Josef Klauer ist bei der Präsentation der Verkehrsunfallzahlen aus dem Jahr 2015 zwiegespalten. Zunächst gibt der Leiter der Direktion Verkehr zufrieden wieder, dass es 2015 lediglich 707 Verkehrsunfälle mit verunglückten Personen, sprich verletzten oder getöteten Menschen, in Krefeld gab. „Das ist sehr ordentlich“, sagt Klauer. Das ist fast untertrieben. Denn seit Beginn der Aufzeichnung der Unfallzahlen im Jahr 1953 hat es in Krefeld nie einen besseren Wert gegeben. Weil es bei den Verkehrsstatistiken jedoch auch immer um die Bekanntgabe von Toten (sieben) und Verletzten (837) geht, freuen sich die Ordnungshüter trotz der guten Werte nicht übermäßig.

2007 lag die Zahl der Unfälle mit verunglückten Personen bei 798

Trotzdem ist das Ergebnis zufriedenstellend. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 798 Verkehrsunfällen mit verunglückten Personen, 2007 sogar noch bei 976. Polizeipräsident Rainer Furth sieht in der Entwicklung dieser Zahlen auch die Bestätigung für gute Polizeiarbeit. „Die Leute fragen ja oft süffisant, ob wir nichts Besseres zu tun hätten, als den Verkehr zu kontrollieren“, erklärt Furth und verweist auf die gute Arbeit der Direktion Verkehr.

„Beide Zahlen tun mir ein bisschen weh.“
Karl-Josef Klauer, Polizeidirektor, zur Unfallbeteiligung von Kindern und Senioren in Krefeld im Jahr 2015

Auf der anderen Seite muss dessen scheidender Leiter aber auch einen Anstieg der Verkehrsunfallzahlen insgesamt auf 8369 Unfälle einräumen. Besonders ärgert ihn dabei die hohe Zahl (1573) an Unfällen mit Sachschaden, bei denen die Verursacher vom Tatort flüchteten. „Die Moral vieler Menschen auf den Straßen ist mir wirklich ein Rätsel. Wenn man etwas angestellt hat, muss man sich auch darum kümmern“, so Klauer. Er verspricht, dass die Verkehrsdirektion sich in Zukunft noch intensiver der Bekämpfung von Fahrerflucht widmen wird. Details zum Vorgehen nennt er nicht.

Beteiligung von Kindern und Senioren bleibt unverändert

Über ebenfalls schlechtere Zahlen ärgert sich Klauer im Bereich der schwachen Verkehrsteilnehmer. Sowohl die Zahl der Unfallbeteiligung von Kindern (85) als auch von Senioren (133) liegt knapp über den Werten des Vorjahres. „Beide Zahlen tun mir ein bisschen weh“, sagt der Polizeidirektor.

Bei einem Blick auf die Unfallursachen wird deutlich, dass die Polizei bereits den Fokus bei ihren Sondereinsätzen im Innenstadtbereich am vorhandenen Zahlenmaterial ausgerichtet hat. Denn rund 60 Prozent aller Verkehrsunfälle in Krefeld, denen eine Unfallursache eindeutig zugeschrieben werden kann, geschehen durch Fehler beim Abbiegen und Wenden oder durch die Missachtung von Vorfahrts- und Vorrangregeln. „Für mich sind das die Todsünden im Straßenverkehr, die so einfach zu vermeiden sind“, sagt Klauer. In zwölf Prozent der Fälle war der Einfluss von Alkohol die Unfallursache. „Da ist von 0,3 bis in einem Fall sogar 3,6 Promille alles dabei.“

Während im Rest von Nordrhein-Westfalen Geschwindigkeitsüberschreitungen eine der Hauptunfallursachen darstellen, ist in Krefeld in nur vier Prozent der Fälle zu schnelles Fahren der Grund für einen Unfall. „Dieser Wert ist in NRW top und zeigt, dass unsere Radar- und Geschwindigkeitskontrollen Früchte tragen“, sagt Klauer.

240 Anzeigen wegen Fahrens unter Drogeneinfluss

Bei den Zahlen aus dem Verkehrskommissariat fällt auf, dass mehr Anzeigen wegen Drogeneinfluss am Steuer (240) geschrieben wurden, als Anzeigen wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss (168).

Die meisten Ordnungswidrigkeiten verzeichneten die Beamten bei Verstößen gegen das Kraftfahrsteuergesetz. „In diesen Fällen handelt es sich oft um Wagen aus dem osteuropäischen Ausland, deren Halter schon länger in Deutschland leben, das Auto aber nicht ummelden.“

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