Wenn Politik und Bezirksregierung zustimmen, ist die Geschwindigkeitsreduzierung bald passé.

Gutachten
Mit Tempo 70 könnte die Grüne Welle auf der Gath (Foto Obergath Ecke Kölner Straße) wieder funktionieren.

Mit Tempo 70 könnte die Grüne Welle auf der Gath (Foto Obergath Ecke Kölner Straße) wieder funktionieren.

Archiv Dirk Jochmann

Mit Tempo 70 könnte die Grüne Welle auf der Gath (Foto Obergath Ecke Kölner Straße) wieder funktionieren.

Krefeld. Gute Nachricht für viele Autofahrer: Auf der Gath gilt vermutlich ab Frühjahr 2015 wieder Tempo 70. Das kündigte Umweltdezernent Thomas Visser auf Nachfrage der WZ an.

Grundlage der Entscheidung ist ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Ergebnis: Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer trägt nicht zur Verbesserung der Luftqualität bei. „Das Ergebnis ist eindeutig und belastbar“, so Visser. Nach Angaben des Beigeordneten werden Details in Kürze der Politik vorgestellt.

Visser zweifelt nicht daran, dass es in den Parteien eine klare Mehrheit für die Rückkehr zu Tempo 70 auf der Gath gibt. Entscheidend wird aber letztlich die Haltung der Bezirksregierung in Düsseldorf sein. Sie ist für den Luftreinhalteplan zuständig, in dessen Rahmen die Reduzierung von 70 auf 50 umgesetzt wurde.

Grüne Welle funktioniert seit der Umstellung nicht mehr

„Ich gehe davon aus, dass die Bezirksregierung dem Gutachten folgt“, sagt Visser. Tempo 50 gilt auf der Gath seit November 2010. Viele Autofahrer ärgern sich, weil seitdem die Grüne Welle nicht mehr funktioniert.

Da der Verkehr nicht mehr so zügig fließen könne, sei die Belastung der Luft mit Stickoxiden und anderen Schadstoffen sogar gestiegen, so die Vermutung in vielen Leserbriefen an die WZ und im Online-Forum unserer Zeitung.

„Ich gehe davon aus, dass die Bezirksregierung dem Gutachten folgt.“

Thomas Visser, Dezernent

Hans-Jürgen Herzog, Chef der Arbeitsgemeinschaft der Krefelder Bürgervereine, nahm das Thema bereits vor zwei Jahren auf und wandte sich an die Bezirksregierung. Im Interesse von Autofahrern und Umwelt forderte er in einem Schreiben an die Aufsichtsbehörde die rasche Rückkehr zu Tempo 70.

Statt darüber mit der Bezirksregierung zu reden, setzte die Stadt auf eine Verbesserung der Ampelschaltung. Letztlich ohne Erfolg. „Wir haben hier kein technisches Problem, sondern stoßen wegen des Querverkehrs an Kölner Straße und Dießemer Bruch an die Grenzen der Physik“, räumte Visser im November 2012 ein.

Leserkommentare (12)


() Registrierte Nutzer