Nach Zerstörung vieler Wahlplakate hat "Die Partei" in Krefeld die AfD im Verdacht. Auch andere Parteien beklagen Vandalismus.

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Verschmierte oder abgerissene Wahlplakate: Mit Zerstörung haben alle Krefelder Parteien zu kämpfen – Die Partei hat es besonders schlimm getroffen.

Verschmierte oder abgerissene Wahlplakate: Mit Zerstörung haben alle Krefelder Parteien zu kämpfen – Die Partei hat es besonders schlimm getroffen.

Die Partei

Verschmierte oder abgerissene Wahlplakate: Mit Zerstörung haben alle Krefelder Parteien zu kämpfen – Die Partei hat es besonders schlimm getroffen.

Krefeld. Es rumort im Krefelder Schilderwald. Wieder geht es um Wahlplakate. Während die Stadt sich noch in der Prüfung über mögliche Ordnungsstrafen für Linke und Grüne befindet, die vor wenigen Wochen die Plakatierungsfrist ignoriert hatten, beklagen die Parteien fast durch die Bank Vandalismus. Schilder werden abgerissen, zerstört, bemalt. Besonders arg trifft es Die Partei.

Sprecher und Bundestagskandidat Carsten Bullert ist verärgert: „Von den einstmals 60 Plakaten an 30 von der Stadtverwaltung genehmigten Laternenmasten existieren noch knappe 20.“ Und er hat AfD-Anhänger im Verdacht, denn „erst seit der AfD-Leak-Affäre auf Facebook ist es so schlimm“. Die Partei reagiert in der ihr eigenen Art empört. Bullert: „Die Partei Krefeld ist empört über zunehmenden Vandalismus an ihren Wahlplakaten. Uns ist vollkommen bewusst, dass unsere Motive sehr beliebt sind und Fans der Plakate nicht immer den legalen Weg gehen.

Eskalation seit Affäre auf Facebook. AfD im Verdacht. Aber auch andere Parteien beklagen Vandalismus.

Diese Löcher konnten wir auch immer mal sukzessive füllen. Seit Montag aber sind die Plakate nicht einfach nur weg, was auf delinquente Liebhaberei hindeutet, sondern sind klar Opfer von bewusstem und gezieltem Vandalismus.“ Der Partei werde so die Teilhabe am Straßenplakatwahlkampf genommen, „da wir alle aufgehängten Poster aus eigener Tasche finanzieren und in unserer Freizeit selber kleistern und aufhängen. Anders als andere Parteien können wir uns externe Dienstleister nicht leisten.“

Auch andere Parteien klagen

Probleme mit Vandalismus haben die anderen Parteien ebenfalls, wenn auch deutlich kleinere. Burkhard Schröder, Sprecher der hier verdächtigten AfD Krefeld: „Die Beschädigungen und Diebstähle unserer Plakate halten sich bislang in Grenzen. Ich schätze, dass bislang nur 20 Prozent der Plakate betroffen sind. In den nächsten Tagen werden wir intensiv im Krefelder Raum Plakate aufhängen.“ Man wolle seine Plakate sogar mit Teams überwachen und bei Zerstörung oder Diebstahl sofort Anzeige erstatten. Die Linke sieht bislang gar keine Probleme, die CDU im „üblichen Rahmen. „Das Ganze hat nach meinem Eindruck überwiegend mit zu viel Bierkonsum zu tun und nur wenig mit Politik“, meint Geschäftsführer Georg Alfes.

Die Grünen verzeichnen zwar Vandalismus, aber „Gott sei Dank lange nicht so heftig wie vor der Landtagswahl im Mai. Einige Plakatständer wurden gestohlen beziehungsweise entfernt, zwei selbst gebaute Großplakatständer zerstört, konnten aber repariert werden. Bei den Dreieckständern werden gerne die Drähte durchgeknipst.“ SPD-Chef Ralph-Harry Klaer wiegelt ab: „Nicht jede Beschädigung ist mutwillig. Allerdings mussten wir auch Fälle von Sachbeschädigungen registriert. Wir empfinden es als eindeutig, wenn Bärte gemalt werden, Köpfe ausgeschnitten werden oder Parolen geschmiert werden.“ Man habe 68 Großplakate aufgestellt und etwa 900 A0-Plakate aufgehängt. „Insgesamt verzeichnen wir einen Verlust von 20 Prozent. Ungefähr die Hälfte unseres Schwundes ist mit Sicherheit mutwillig herbeigeführt.“

Aber Klaer hat auch ein gutes Beispiel parat. „Als ich selbst am Moritzplatz ein stark beschädigtes Plakat der SPD herunterriss, um eine Neues aufzuhängen, sprach mich ein junger Mann an: ,Hey, Sie können doch nicht einfach hier die Plakate abreißen. Die haben doch auch was gekostet und jemand hatte Arbeit damit.’“ Man sei ins Gespräch gekommen. „Ich weiß nicht, was der junge Mann wählen wird, aber ich bin sicher, diesmal wird er wählen.“ Die FDP macht keine Angaben zu ihrem Plakatbestand.

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