Andre L. ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden – als Gehilfe im Drogenhandel. Für die Ware nutzten die Täter Tarnnamen.

Krefeld. In der Entziehungsanstalt endet vorläufig die Drogenkarriere des Andre L. (28) aus Krefeld. Vier Jahre Haft für den Verkauf von Heroin, so lautete am Freitag das Urteil des Landgerichtes. Dabei hatte der Angeklagte noch Glück, denn er konnte nachweisen, dass er nur als Gehilfe gehandelt hat.

In der Innenstadt, vor allem am Theaterplatz fand Andre L. seine Abnehmer. Er selbst hatte sich über Cannabis, Amphetamine und Ecstasy dem Heroin zugewandt und war abhängig. Seine Dealer, die Duisburger „Patrick“ und „Stefan“, nutzten L. als Zwischenhändler. So kam es, dass Andre L. in seiner Wohnung über 700 Gramm des Stoffes parkte, um es bei Bedarf an seine „Vorgesetzten“ auszuliefern oder selbst zu verkaufen. Seinen Konsum bezifferte der Angeklagte auf 600 Euro im Monat. Auf die Schliche kam die Polizei dem Mann durch Befragungen im Drogenmilieu. So konnten etwa das selbst wegen Beschaffungskriminalität verurteilte Pärchen Sabrina E. und Markus M. Angaben darüber machen, wann und wo sie bei Andre L. gekauft hatten.

Zunächst versucht der Angeklagte, seine Beteiligung zu verharmlosen

Dieser hatte zuvor versucht, seine Beteiligung zu verharmlosen. Erst hieß es, er habe das Heroin nur für den Eigenbedarf. Dann erklärte Andre L., er habe nur lagern sollen, habe nichts selbst verkauft. Der Angeklagte verstrickte sich in Widersprüche, und als sogar sein Verteidiger ihn bat „Gehen sie noch mal in sich“, rückte L. mit der Wahrheit raus: „Ja das stimmt, die haben bei mir gekauft.“ Dem Gericht lagen zahlreiche Kurznachrichten an den Angeklagten vor, in denen sich der Dealer „Patrick“ etwa über die Unzuverlässigkeit von Andre L. beklagte oder ihn bat, noch „Pudding“ und „Spinat“ mitzubringen. „Da ist wirklich Pudding gemeint“, sagte L., da in anderen Nachrichten Tarnwörter für die Drogen benutzt wurden.

In der überwiegenden Zahl der Fälle kaufte der Krefelder das Heroin erst selbst bei seinen Dealern. Die Polizei hatte bei der Durchsuchung seiner Wohnung neben dem Heroin auch eine Ampullenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Anklage wegen illegalen Waffenbesitzes wurde jedoch fallengelassen.

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