Angeklagte müssen bis zu acht Jahre ins Gefängnis.

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Die Türen blieben im Zuhälter-Prozess verschlossen. (Archiv

Die Türen blieben im Zuhälter-Prozess verschlossen. (Archiv

Andreas Bischof

Die Türen blieben im Zuhälter-Prozess verschlossen. (Archiv

Krefeld. Genau fünf Monate hat der Prozess gegen eine Krefelder Drogenbande gedauert. Am Freitag Abend nun fällte die erste große Strafkammer des Landgerichts Krefeld die Urteile.

Die sechs Angeklagten zwischen 21 und 39 Jahren erhielten wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit gefährlichen Drogen Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und knapp acht Jahren. Drei wurden zunächst in eine Entziehungsanstalt eingewiesen.

Am Morgen hatte zuerst der Staatsanwalt in einem einstündigen Plädoyer seine Anträge gestellt. Sie lagen nur geringfügig über den späteren Strafen. Nach den sechs Plädoyers der Verteidiger zog sich die Kammer zur Beratung zurück. Um 16 Uhr verkündete die Vorsitzende die Urteile, ihre Begründung dauerte fast 90 Minuten.

Positiv gewichtete sie die zwar zögerlichen, aber letztlich hilfreichen Geständnisse. Bei den Straftaten habe es sich um eine typische Bandentätigkeit gehandelt, mit Arbeitsteilung, Vertretungsregelung und gemeinsamen Finanzen. Die Gruppe wurde, so ergaben es abgehörte Telefonate und aufgefangene SMS, am 27. Dezember 2007 gegründet und flog am 2. Juni 2008 auf.

In den Urteilen berücksichtigten die Richter, dass fast alle Angeklagten selbst süchtig waren und Kokain konsumierten. Die Einweisung in die Entziehungsanstalt eröffnet dreien von ihnen die Chance, von den Drogen abzukommen. Sie können bei guter Führung später damit rechnen, dass ein Teil der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Ihre Handys, eine Geldsumme von 10545 Euro und ein Auto wurden eingezogen. Einer der Verurteilten nahm noch im Gerichtssaal seine Strafe an.

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