Vorwurf der Vergewaltigung war nicht nachzuweisen.

Krefeld. Wegen "tätlicher Beleidigung" ist ein 51 Jahre alter und nicht vorbestrafter Fahrlehrer aus Krefeld jetzt zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er muss 80 Tagessätze zu 50 Euro zahlen. Das Schöffengericht ahndete damit einen Übergriff von Mai 2007.

Damals, so sein Geständnis, war er einer jungen Fahrschülerin zu nahe getreten und hatte sie gegen deren Willen an den Po gefasst und geküsst. Schlimmer wog jedoch der Vorwurf, er habe ein halbes Jahr vorher, im Dezember 2006, ebenfalls eine Fahrschülerin im Keller der Fahrschule geküsst und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Das Gericht schaltete daraufhin eine Psychologin ein, um die Glaubhaftigkeit und Aussagezuverlässigkeit der jungen Frau beurteilen zu lassen. Jetzt im Prozess teilte die Gutachterin ihre Eindrücke mit. Sie konnte die Aussagen der jungen Frau, es habe keinen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gegeben, nicht mit hinreichender Sicherheit erhärten. Also sprach sie sich für die Unschuldsvermutung aus. Das Gericht übernahm die Empfehlung und sprach den Mann in dieser Sache frei.

Doch bei der Urteilsverkündung in der anderen Sache warf der Richter dem Fahrlehrer ein höchst unprofessionelles Verhalten vor. Der Frau gegenüber sprach der Richter davon, dass man eine eventuelle Gewalt nicht mit der erforderlichen Sicherheit habe feststellen könne und man von Gesetzes wegen an diese Unschuldsvermutung gebunden sei. Zum Schluss sagte der Richter in Richtung des Bestraften, er möge sich von der "roten Karte", die man ihm jetzt gezeigt habe, in Zukunft beeinflussen lassen.

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