Caritas fordert von der Politik größere Investitionen in Qualifizierung.

Caritas fordert von der Politik größere Investitionen in Qualifizierung.
Auf dem Arbeitsmarkt haben es ungelernte Erwerbslose schwer.

Auf dem Arbeitsmarkt haben es ungelernte Erwerbslose schwer.

dpa

Auf dem Arbeitsmarkt haben es ungelernte Erwerbslose schwer.

Mehr in die Qualifizierung von un- und angelernten Arbeitslosen zu investieren, fordert Burkard Schröders, Aachens Diözesancaritasdirektor und damit auch zuständig für Krefeld, von der Politik. Der aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW belege, so Schröders: „Je besser qualifiziert Arbeitslose sind, umso leichter finden sie zurück auf den Arbeitsmarkt.“ Doch der aktuelle Arbeitslosenreport NRW, der sich mit der Qualifikation von Arbeitslosen beschäftigt, offenbart auch die Kehrseite der Medaille: Wer Hartz IV bezieht, profitiert kaum von beruflichen Weiterbildungsangeboten, belegt das aktuelle Zahlenwerk der Freien Wohlfahrtspflege NRW, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört.

„Wir laufen Gefahr, den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufs Spiel zu setzen, wenn geringqualifizierte Arbeitslose im Hartz-IV-System von beruflichen Aus- und Weiterbildungen weitgehend ausgeschlossen sind“, sagt Schröders. Das zeige sich auch in den Kreisen und kreisfreien Städten im Bistum Aachen. Im Dezember 2017 hatten laut Arbeitslosenreport NRW 7924 der insgesamt 12 001 Arbeitslosen in der Stadt Krefeld keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Während Fachkräfte in der Regel schnell eine Stelle finden, ist die Situation für Geringqualifizierte deutlich schlechter. So lag die Arbeitslosenquote von Ungelernten in Krefeld 2017 mit 29,5 Prozent deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 10,4 Prozent.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir die Chancen dieser Gruppe auf dem Arbeitsmarkt nur mit Aus- und Weiterbildungen erhöhen können“, sagt Roman Schlag. Er ist beim Caritasverband für das Bistum Aachen zuständig für Arbeitsmarkfragen. Schon jetzt klagten Arbeitgeber über zunehmende Probleme, Stellen zu besetzen, auch wenn der Fachkräftemangel in NRW derzeit noch berufsspezifisch und regional begrenzt sei, so Schlag. Rund 76 Prozent der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger können keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Diese geringqualifizierten Arbeitslosen im Hartz-IV-System profitieren aber kaum von beruflichen Aus- und Weiterbildungen.

Zwischen November 2016 und Oktober 2017 entfielen laut Arbeitslosenreport nur 5,9 Prozent der Zuweisungen auf Fördermaßnahmen zur Berufswahl, Berufsbildung oder beruflichen Weiterbildung. Schlag fordert wie Schröders, mehr in die Qualifizierung insbesondere un- und angelernter Arbeitslose zu investieren und die Mittel deutlich zu erhöhen.

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