Ein Kommentar von Beatrix Van Vlodrop.
Ein Kommentar von Beatrix Van Vlodrop.

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Dirk Jochmann

Ein Kommentar von Beatrix Van Vlodrop.

Krefeld. Große Teile der Krefelder Stadtverwaltung sollen ausgelagert werden. Es handele sich, sagt der Oberbürgermeister, um die größte Strukturreform in der Geschichte der Stadt Krefeld. Wird auch Zeit. Aber stimmt der Weg?

Am Ende soll ein Kommunalbetrieb entstehen, in dem Aufgaben, die bisher zwischen vier Fachbereichen, den städtischen Betriebshöfen, einem Eigenbetrieb (Stadtentwässerung) sowie der Stadtwerke-Tochter SWK Aqua und der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) spielten, geradlinig, effizient und wenn möglich kostengünstiger abgearbeitet werden. Zeitdruck herrscht, weil die neue Ordnung Ende 2017 nicht nur als Organigramm auf einem Stück Papier stehen, sondern zum 1. Januar 2018 auch personell umgesetzt sein soll.

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, welche Unruhe und Unsicherheit dabei innerhalb der Verwaltungsmannschaft entstehen, auch wenn deren Spitze den 500 möglicherweise betroffenen Mitarbeitern verspricht, dass es „endlos Mitwirkungsmöglichkeiten“ (Stadtdirektorin Beate Zielke) geben werde. Nicht jeder wird mitkommen wollen oder dürfen.

Bleibt die große Frage, ob die AöR, die Anstalt öffentlichen Rechts, als Organisationsform die richtige Lösung ist. Man kann es auch als Armutszeugnis werten, dass allerorten das Heil in der Ausgliederung aus der öffentlichen Verwaltung gesucht wird. Jetzt wieder in Krefeld.

Dabei braucht es vor allem eins: engagierte Menschen, Beweglichkeit im Kopf, gute Kommunikation und professionelle Koordination, extern und intern. Gibt es da Defizite, hilft auch eine AöR nicht weiter. Anders herum: Wer sagt, dass es diese Menschen und eine solche Struktur nicht innerhalb einer Verwaltung geben kann?

Schlimm, aber nicht unwahrscheinlich ist, dass es gar nicht um Menschen, sondern nur um Geld und Zahlen geht. Das wäre schon deshalb schlecht, weil in diesem und dem kommenden Jahr die Weichen das Stadthauses gestellt, die Ausländerbehörde umgebaut, die Digitalisierung vorangetrieben, die Hochbau-Organisation verändert werden sollen.

Ohne motivierte Mitarbeiter ist das schwer zu stemmen. So oder so: Es ist eine Mammutaufgabe, um die Oberbürgermeister Frank Meyer, gerade ein knappes Jahr im Amt, Chef von rund 3500 Mitarbeitern und im Zweifel oberster Sündenbock, nicht zu beneiden ist.

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