Noch steht ein Fragezeichen hinter den Kosten für die Haltung von vier Dickhäutern.

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Zooinspektor Andreas Pricken (l.) und Elefantenpfleger Michael Kronfuss auf der Baustelle Elefantenhaus.

Zooinspektor Andreas Pricken (l.) und Elefantenpfleger Michael Kronfuss auf der Baustelle Elefantenhaus.

Zooinspektor Andreas Pricken (l.) und Elefantenpfleger Michael Kronfuss auf der Baustelle Elefantenhaus.

Krefeld. Wo immer Zoodirektor Dr.Wolfgang Dreßen auf die Zukunft der Elefantenhaltung in Krefeld angesprochen wird, ist stets ein "Wenn" oder "Aber" zu hören.

Wie am Donnerstag in der Zoo-Scheune, als es ums Marketing ging: "Wenn wir die artgerechte Haltung nach den EU-Vorschriften nicht hinkriegen, dann müssen wir die Elefanten aufgeben." In der artgerechten Haltung liege Krefeld um 20 Jahre zurück. Allerdings nicht nur bei Elefanten.

Dreßens Problem ist vornehmlich die zweite Umbau-Phase des Großtierhauses. "Wir wissen noch nicht, was das kosten wird und ob wir Geld von den derzeit laufenden Sanierungsarbeiten der Glasdächer und vom geplanten Wirtschaftshof übrig behalten."

In dieser zweiten Umbau-Phase soll das 30 Jahre alte Gebäude so vergrößert werden, dass statt der derzeit zwei künftig vier Dickhäuter (ebenfalls eine Vorgabe des europäischen Zoo-Gesetzes) dort Platz finden.

Rhena und Mumtas nächtigen derzeit im Freien

Im Augenblick ist die gemeinnützige Zoo-GmbH dabei, Phase eins für 370 000 Euro umzusetzen: die kettenlose Haltung der beiden verbliebenen Indischen Elefantenkühe. Mumtas Mahal und Rhena verbringen die Nächte derzeit im Freien, weil ihr "Schlafzimmer" eine Baustelle ist.

Nach den Dachreparaturen der Tropenhäuser und des Elefantenhaus-Umbaues stehen der Neubau des Wirtschaftshofes (2010) und des Gorilla-Gartens (2011) auf dem Plan.

Eintrittsgelder rund 1,5 Millionen Euro, städtischer Betriebskostenzuschuss 1,8 Millionen im Jahr. Auf dem Konto hat der Zoo derzeit 6 Millionen Euro.

Der Graben wird zugeschüttet, damit jeder Dickhäuter eine Einzelbox von 40 Quadratmetern erhält. Jede Box bekommt eine eigene Außentür, damit die Tiere einzeln auf die Freianlage gelassen werden können. Zwei weitere neue Tore werden zur Futterküche und zum Badebecken eingebaut.

"Stabilisiert werden auch Wände und Decken", erläutert Dreßen, "die Tiere können sich ja auf die Hinterbeine stellen und Schaden anrichten." Nicht zuletzt die statischen Nachbesserungen führen dazu, dass sich die ursprünglich geplanten Ausgaben von 80 000 Euro fast verfünffachen.

Abgesichert werden die Boxen mit Mauer-Elementen und so genannten Stallseilen. Der Abstand zwischen Zoo-Besuchern und Rüsseln soll so bleiben wie bisher. Ende September soll der erste Teil des Umbaues abgeschlossen sein, vor allem im Hinblick auf die fallenden Temperaturen. "Im Oktober werden wir die kettenfreie Elefanten-Haltung haben", so Dreßen.

"Wir geben doch nicht jetzt 370 000 Euro für die Elefanten aus, wenn ihre Existenz nicht gesichert ist", erklärte Joachim C. Heitmann, Vorsitzender des Zoo-Aufsichtsrates. In der nächsten Sitzung stehe noch einmal der Masterplan von 2006 auf der Tagesordnung.

Heitmann: "Der sieht eine Vernetzung von Afrika-Wiese mit der Nashorn- und Elefanten-Anlage vor." Das werde für das Jahr 2020 angepeilt. Die Beschlusslage sei eindeutig: Die große Mehrheit im Aufsichtsrat habe sich für die Elefanten-Haltung in Krefeld ausgesprochen.

Wolfgang Dreßen freilich muss bei den zahlreichen Zoo-Projekten ans Geld denken: "Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt den Betriebskostenzuschuss nicht kürzen, sondern aufstocken würde."

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