Der Auftritt von Thorsten I. und Gabi I. im Zug sorgt für Ärger. Der Prinz soll nun zurücktreten.

So wie auf dem Bild hätten die Jecken sich das Prinzenpaar Thorsten I. und Gabi I. gewünscht. Stattdessen traten sie im Jogging-Anzug an. (Archiv-

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Krefeld. "Am Aschermittwoch ist alles vorbei", so beginnt der Karnevalshit vom "Kölsche Jong" Jupp Schmitz. Das trifft in diesem Jahr nicht auf Uerdingen zu. Viele Oedingsche Jecken blicken noch am Dienstag teilweise entsetzt auf den Karnevalszug am Tulpensonntag zurück. Grund ist der Auftritt des Prinzenpaares Thorsten I. (Süllwold) und Gabi I. (Süllwold-Wienes), die sich in Jogging-Kleidung auf ihrem Prunkwagen präsentierten (die WZ berichtete am Montag).

Nun diskutieren die Uerdinger, wie es zu diesem peinlichen Auftritt kommen konnte. Max und Ronny Zschau meinen: "Wir waren entsetzt über unser Prinzenpaar. Wir sind selbst mitgezogen und haben zahlreiche negative Kommentare am Zugweg mitbekommen. Tiefer kann man nicht sinken!" Rosemarie Beuer sagt: "Es ist eine Schande, was sich das Prinzenpaar am Sonntag im Zug geleistet hat. Ihr solltet Euch schämen! So etwas gibt es in keiner Stadt. Schade." Der "Oedingsche Jong" Helmut Broich sagt: "Es ist ein trauriger Sessionshöhepunkt, wenn kein Geld mehr für einen Regenschutz übrig ist. Wenn die Narren auch so denken würden, wäre alles dunkel und farblos."

Einige Karnevalisten haben nach WZ-Informationen als Reaktion auf den Auftritt sogar ihre Prinzenorden zurückgegeben. Dabei wäre es leicht gewesen, das teure Prinzenornat mit einem durchsichtigen Umhang vor dem Sprühregen zu schützen. Während Günter Herx, Vorsitzender des Karnevalszug-Vereins (KZV), keinen Kommentar abgeben möchte, erklärt Prinz Thorsten gegenüber WZ: "Wir haben uns schon gestern bei den Dröbbelkes-Sitzungen entschuldigt und möchten das an dieser Stelle noch einmal tun. Wir haben etwas falsch gemacht, uns dabei nichts Böses gedacht und auch über die Folgen nicht nachgedacht."

In Zukunft soll die Kleidung vor dem Zug überprüft werden

Niemand habe allerdings dem Paar vor Beginn des Zuges seine Verwunderung über das Outfit mitgeteilt. Das bestätigt Organisationsminister Manfred Schubert, sagt aber auch: "Der ohnehin schon gewichtige Prinz hätte auf dem für ihn engen Bewegungsraum auch sein Ornat beschädigen können." Aber was ist wichtiger: Bewegungsspielraum zu haben oder ein gutes Bild abzugeben? Ulrich Lohmar, Vorsitzender des Heimat- und Kaufmannbundes, fehlten die Worte: "Die Menschen in der Fußgängerzone schütteln noch heute mit dem Kopf. Nur die Ankündigung auf dem Wagen wies auf die Uerdinger Narrenherrscher hin. Sonst war nichts zu erkennen." Willi Minten, Ehrenpräsident der KG Op de Höh, spricht von einem peinlichen Vorfall: "Warum hat denn nicht der Schwiegervater des Prinzen, der selbst einmal Prinz war, darauf hingewiesen? Das darf sich nicht wiederholen."

Bei der nächsten Sitzung des KZV kommt das Thema "Abnahme der Kleidung vor den Umzügen" auf den Tisch. Nach WZ-Informationen soll Thorsten Süllwoll aufgefordert werden, von allen Posten zurückzutreten, sofern er nicht selber zurücktritt.

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