In Krefeld wurde ein Holzkasten entwickelt, der nach Erdbeben oder Tsunami den Menschen kurzfristig Obdach bietet.

Dieses Team hat die Mustervariante des Überlebenscontainers gebaut. Im Notfall lässt er sich ohne großen Aufwand vor Ort aufbauen. Für die Ausführung war Zimmermann und Ausbilder Peter Drese (2.v.l.) verantwortlich.
Dieses Team hat die Mustervariante des Überlebenscontainers gebaut. Im Notfall lässt er sich ohne großen Aufwand vor Ort aufbauen. Für die Ausführung war Zimmermann und Ausbilder Peter Drese (2.v.l.) verantwortlich.

Dieses Team hat die Mustervariante des Überlebenscontainers gebaut. Im Notfall lässt er sich ohne großen Aufwand vor Ort aufbauen. Für die Ausführung war Zimmermann und Ausbilder Peter Drese (2.v.l.) verantwortlich.

Andreas Bischof

Dieses Team hat die Mustervariante des Überlebenscontainers gebaut. Im Notfall lässt er sich ohne großen Aufwand vor Ort aufbauen. Für die Ausführung war Zimmermann und Ausbilder Peter Drese (2.v.l.) verantwortlich.

Krefeld. Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme – die Naturkatastrophen rund um den Globus verstärken sich. Die Menschen in Haiti und Japan verloren innerhalb von kurzer Zeit Hab und Gut. Damit die Überlebenden in Katastrophengebieten möglichst schnell wieder ein Dach über dem Kopf bekommen, haben sich der Zimmerer- und Holzbau-Verband Nordrhein und die Bildungszentren des Baugewerbes (BZB) zusammengeschlossen und den Prototyp eines hölzernen Überlebenscontainers entwickelt. Er wurde gestern an der Bökendonk in Oppum vorgestellt.

Der Aufbau des 37,5 Kubikmeter großen Kastens ist kinderleicht

Der „Kasten“ ist regen-, wind- und wetterfest, 37,5 Kubikmeter groß, aus 20 Teilen mit Gewichten jeweils zwischen 25 und 65 Kilo zusammengesetzt und kann zerlegt schnell in das betroffene Gebiet transportiert werden. Der Aufbau ist kinderleicht. Das einzige, was ungelernte Helfer und Betroffene im Krisengebiet brauchen, sind Hammer, Schraubenschlüssel und Muskelkraft.

„Da der Wiederaufbau zerstörter Regionen in der Regel Jahre und Jahrzehnte dauert, sind Zelte als Notunterkünfte auf Dauer unzumutbar“, betont Ulrich Hamacher, der Verbands-Vorsitzende.

Der Container sei nicht nur solide konstruiert, sondern Wände, Decke und Boden seien gegen äußere Temperatureinflüsse gedämmt. Hamacher: „So kann der Container neben dem zerstörten Haus einer Familie als Unterkunft dienen, während das eigene Objekt wieder aufgebaut wird.“ Später können die in Modulbauweise gebauten Notunterkünfte zu Schulen oder Krankenstationen zusammengesetzt werden.

Die Zimmerlehrlinge des ersten und zweiten Ausbildungsjahres sind stolz auf ihr Werk. Das erste Exemplar hatten sie unter ihrem Ausbilder Peter Drese in sechs Wochen fertiggestellt. BZB-Geschäftsführer Frank Pawlik hatte den Bau des Prototyps in die überbetriebliche Ausbildungszeit der Azubis gestellt. Ideengeber des Containers waren die Honorarkonsuln von Äthiopien und der Republik Madagaskar.

Die Bildungszentren des Baugewerbes (BZB) sind eine Bildungseinrichtung, deren 48 Mitgliedsinnungen 2500 Baubetriebe im Regierungsbezirk Düsseldorf repräsentieren. Die BZB-Akademie ergänzt mit mehr als 200 Lehrgängen, Seminaren und Meisterschulen das Tätigkeitsfeld der Bildungszentren Krefeld, Düs

Hamacher will die internationalen Hilfsorganisationen und die Mitgliedsbetriebe möglichst schnell von diesem Konzept überzeugen. „Die weltweite Not zwingt zum Handeln.“ Er hofft, dass dieser Überlebenscontainer aus Oppum mit Hilfe der Zimmerer-Fachbetriebe schon bald in Serie produziert und weltweit mithelfen wird, die Wohnungsnot von Opfern und Überlebenden in Katastrophengebieten zu lindern.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer