Mike K. hatte im März einen Bekannten nach einem Karaoke-Abend überfallen.

Krefeld. Zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt das Schöffengericht den 37 Jahre alten Gabelstaplerfahrer Mike K.. Staatsanwältin Beate Doege hatte nur 33 Monate gefordert. Dem Angeklagten wurde räuberische Erpressung, Körperverletzung und Diebstahl im besonders schweren Fall vorgeworfen. Für Richterin Geuenich-Cremer führt die Entscheidung über eine "wahre Indizienkette, die keinerlei Zweifel an der Schuld des Angeklagten aufkommen lasse."

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mike K. in der Nacht vom 1. März dieses Jahres seinen 43 Jahre alten Bekannten Klaus T. in dessen Wohnung überfallen, misshandelt, bestohlen und um die PIN-Nummer seiner EC-Karte erpresst zu haben. Der Angeklagte soll dies im Anschluss an eine feucht-fröhliche Karaoke-Nacht in einer Gaststätte in Uerdingen unweit des Rheins begangen haben. Das heute noch schwer gezeichnet Opfer sagte als Nebenkläger aus. Er habe den Angeklagten zweifelsfrei erkannt.

Nachdem er ihn leichtfertig ins Haus gelassen habe, sei MikeK. auf ihn los, habe ihn geschlagen und von hinten gewürgt. "Wenn Du schreist, breche ich Dir das Genick", soll dieser ihm gedroht haben.

Danach habe er ihm im Badezimmer einen weißen Hausschuh in den Mund gesteckt und diesen mit einem Schal fixiert, damit Klaus T. ruhig bleibe.

Anschließend durchsuchte er die Wohnung, fand die EC-Karte und nahm ein Handy an sich. Die PIN-Nummer erpresste Mike K. mit der Drohung er "komme wieder" falls diese nicht stimme.

Tatsächlich aber wurde die Karte später vom Sparkassen-Automaten am Marktplatz eingezogen. Das Landeskriminalamt fand auf der Karte, auf der Hülle und in der Wohnung des Opfers eine Kette von Spuren, die die Grundlage des gestrigen Urteils wurden.

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