Schon acht Tage sind 200 Wohnungen ohne Empfang. Aber keiner sagt den Betroffenen, weshalb und wie lange noch.

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Ulrike Dörnhoff sieht blau: Seit acht Tagen haben die Anwohner der Breitenbachstraße 27 bis 122 keinen Empfang mehr.

Ulrike Dörnhoff sieht blau: Seit acht Tagen haben die Anwohner der Breitenbachstraße 27 bis 122 keinen Empfang mehr.

Andreas Bischof

Ulrike Dörnhoff sieht blau: Seit acht Tagen haben die Anwohner der Breitenbachstraße 27 bis 122 keinen Empfang mehr.

Krefeld. Ulrike Dörnhoff schaut am 1.Juli gegen 22 Uhr mit ihrem Mann die Nachrichten. Plötzlich wackelt das Bild - dann ist der Fernseh-Schirm blau. Die beiden versuchen es mit dem Zweitapparat. Doch auch hier ist nichts mehr zu erkennen.

"Am nächsten Morgen haben wir uns mit den Nachbarn unterhalten. Die hatten alle kein Bild mehr", sagt Dörnhoff, die an der Breitenbachstraße Nummer 103 wohnt. Die Fernsehgeräte von Hausnummer 27 bis 122 haben keinen Empfang. Etwa 200 Wohnungen sind betroffen. Und das mittlerweile seit acht Tagen.

"Wir haben etliche Male bei der Servicenummer der Hausverwalter angerufen. Da konnte man uns nichts sagen. Es hieß nur: Wir kümmern uns darum." Passiert ist aber nichts.

"Geht es um das Kabelfernsehen", fragt eine Mitarbeiterin der Hotline auf WZ-Nachfrage sofort, als sie die Adresse hört. Sie wurde in den vergangenen Tagen schon mit Anfragen bombardiert, kann aber nicht wirklich weiterhelfen. Der Reparaturauftrag sei "rausgegangen". "Bei uns hat sich niemand gemeldet, obwohl ich mehrfach angerufen habe", sagt Frau Dörnhoff.

Die Häuser in Oppum gehören der Deutschen Annington, einem Immobilien-Dienstleister. Dessen Pressesprecherin Katja Weisker sagt: "Die Kabelfernseh-Anlage gehört uns bei diesem Objekt ausnahmsweise nicht. Ich habe auch keine Erklärung."

Die Deutsche Annington Immobilien Gruppe verwaltet und vermietet in Deutschland über 200000 Wohnungen an 630 Standorten.

Unitymedia stellte kürzlich den digitalen Kabelempfang um. Dabei kam es jedoch nicht zu Komplettausfällen wie in Oppum.

Familie Dörnhoff und ihre Nachbarn finden den Zustand untragbar: "Wir haben keinerlei Information, was los ist. Viele ältere Menschen, die nicht mehr aus dem Haus können, sind echt fertig." Die ersten Anwohner seien schon auf Satelliten-Schüsseln umgestiegen.

Bei der Stadt weiß man nichts von Bauarbeiten in der Nähe der Breitenbachstraße, bei denen ein TV-Kabel hätte zerstört werden können.

Beim Kabelanbieter Unitymedia verlaufen sämtliche Anfragen über Störungs-Hotline und Pressestelle in einer Servicewüste. Es ist niemand zu erreichen.

Die Dörnhoffs und ihre Nachbarn schauen weiter in die Röhre - und wissen nicht warum.

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