Der Fachbereich Gesundheit überprüft derzeit alle Kontaktpersonen des Erkrankten.

Der Fachbereich Gesundheit überprüft derzeit alle Kontaktpersonen des Erkrankten.
Bei einer Röntgenuntersuchung wurde die Erkrankung bei dem betroffenen Obdachlosen diagnostiziert.

Bei einer Röntgenuntersuchung wurde die Erkrankung bei dem betroffenen Obdachlosen diagnostiziert.

dpa

Bei einer Röntgenuntersuchung wurde die Erkrankung bei dem betroffenen Obdachlosen diagnostiziert.

Krefeld. In einer Krefelder Notschlafstelle für Obdachlose gibt es einen Fall von offener Tuberkulose (TBC), das sei dem Fachbereich Gesundheit gemeldet worden, wie die Stadt jetzt mitteilt. Die Erkrankung sei bei einer Röntgenuntersuchung diagnostiziert worden, „der Betroffene befindet sich in stationärer Behandlung“, heißt es weiter von der Stadt.

Man ermittele derzeit alle Kontaktpersonen des Erkrankten, für die ein Ansteckungsrisiko bestehen könnte. Neben Untersuchungen, die klären sollen, ob eine Tuberkuloseerkrankung ausgeschlossen werden kann, erfolgt routinemäßig eine weitere längerfristige Überwachung.

Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt über Tröpfcheninfektion

Bei Tuberkulose ist eine Übertragung an besondere Bedingungen gebunden: Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, in der Regel als Tröpfcheninfektion, wobei in erster Linie die Lunge infiziert wird. Wenn Erkrankte die Tuberkulosebakterien abhusten, spricht man von offener TBC.

Ein an offener Tuberkulose Erkrankter gibt beim Sprechen, Husten und Niesen mit seinem Atem feine Tröpfchen ab, die TBC-Bakterien enthalten und beim Einatmen die Atemwege anderer Menschen infizieren können. Anstecken kann man sich in der Regel nur durch engen und über längere Zeit andauernden Kontakt – zum Beispiel durch einen gemeinsamen Aufenthalt in einem geschlossenen Raum über mindestens acht Stunden.

Nach einer Ansteckung erkranken 90 bis 95 Prozent der Menschen nicht, weil ihre körpereigene Abwehr die Tuberkuloseerreger eliminiert. Zur manifesten TBC kommt es hingegen nur bei fünf bis zehn Prozent dieser Personen.

Bereits Ende 2015 wurden in Krefeld mehrere Tuberkulose-Fälle bekannt, zwei obdachlose Männer sollen an den Folgen der Erkrankung gestorben sein. Beide sollen vorher in einer Notschlafstelle übernachtet haben. Insgesamt will das Helios Klinikum in Krefeld nach eigenen Angaben in 2015 35 an Tuberkulose Erkrankte behandelt haben.

Tuberkulose ist nach wie vor ein Gesundheitsproblem in Deutschland, an das der städtische Fachbereich Gesundheit jährlich zum Welttuberkulosetag am 24. März erinnert. ckd

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer