Stadt spart Zehntausende pro Monat, zahlt aber weiter die Miete von 60.000 Euro bis Anfang 2018. Hüls soll folgen, Gespräche laufen.

Eng an eng stehen die Betten in der Traglufthalle Traar, hier bei einem Besichtigungstermin für die Bevölkerung. Das ist bald vorbei.  Archiv
Eng an eng stehen die Betten in der Traglufthalle Traar, hier bei einem Besichtigungstermin für die Bevölkerung. Das ist bald vorbei. Archiv

Eng an eng stehen die Betten in der Traglufthalle Traar, hier bei einem Besichtigungstermin für die Bevölkerung. Das ist bald vorbei. Archiv

Auch die Josef-Koerver-Halle ist wieder frei.

Jochmann, Bild 1 von 2

Eng an eng stehen die Betten in der Traglufthalle Traar, hier bei einem Besichtigungstermin für die Bevölkerung. Das ist bald vorbei. Archiv

Krefeld. Die Traglufthalle in Traar wird nicht mehr benötigt für die Unterbringung von Flüchtlingen, und auch im Hülser Pendant leben derzeit nur noch 30 Menschen. Trotzdem fallen enorme Kosten an. 60.000 Euro pro Monat und Standort für Miete und die dazugehörigen Sanitärcontainer, jeweils zwischen 40.000 und 60.000 Euro für das Sicherheitspersonal, pauschal 360 Euro pro Kopf für das Catering. Macht bei einer Vollbelegung mit 150 Personen noch mal 54.000 Euro. Ab August spart die Stadt zumindest in Traar schon mal zehntausende Euro. Die Halle wird dann abgebaut. In Hüls leben noch 30 Menschen in der Traglufthalle. Aber auch sie soll schnellstmöglich weichen.

Möglich wird das, weil längst nicht mehr so viele Menschen Zuflucht in Krefeld suchen wie noch vor einem Jahr. Da waren beide Traglufthallen voll ausgelastet, die Turnhallen proppenvoll, die Verantwortlichen bei der Stadt mit dem Ansturm überfordert. Doch Krefeld hat seine Hausaufgaben gemacht. 2020 – noch nicht anerkannte Flüchtlinge – leben hier derzeit, die Zahl der anerkannten variiert. Die Stadt hat es geschafft, das Gros von ihnen in kleineren und mittleren Wohneinheiten unterzubringen. 500 Wohnungen wurden angemietet, in den so genannten Sammelunterkünften leben noch 600 Personen, die Turnhallen sind bis auf die sonst kaum genutzte Halle am Wehrhahnweg leergezogen und werden sukzessive wieder zu bespielen sein. Am Glockenspitz werden derzeit die Sanitärbereiche saniert, die Josef-Koerver-Halle ist bereits in Betrieb genauso wie die Halle Gerberstraße. Die Halle Lübecker Weg in Uerdingen ist noch geschlossen, die Halle Lindenstraße auch, soll aber im Spät-Sommer wieder hergestellt sein.

Die Traglufthallen hat die Stadt von einer Firma aus Porta Westfalica gemietet. Und die konnte während der großen Welle Ende 2015/Anfang 2016 die Bedingungen nahezu bestimmen. So wurde eine Laufzeit von zwei Jahren vereinbart. Und genau solange, bis Februar 2018, zahlt die Stadt Krefeld die fixen Mietkosten, spart aber an Nebenkosten wie Catering und Sicherheit.

Über den Abbau der Traglufthalle in Hüls verhandelt die Stadt derzeit mit dem Vermieter.

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