Königshof setzt auf Popularität des rollenden Denkmals – Bier aus Krefeld gibt es im Barwagen.

Königshof-Verkaufsleiter Frank Tichelkamp (l.) und Carsten Liedtke, Vorsitzender des Vereins „Schluff und historische Verkehrsmittel“, bestücken den Zug mit dem flüssigen Proviant.
Königshof-Verkaufsleiter Frank Tichelkamp (l.) und Carsten Liedtke, Vorsitzender des Vereins „Schluff und historische Verkehrsmittel“, bestücken den Zug mit dem flüssigen Proviant.

Königshof-Verkaufsleiter Frank Tichelkamp (l.) und Carsten Liedtke, Vorsitzender des Vereins „Schluff und historische Verkehrsmittel“, bestücken den Zug mit dem flüssigen Proviant.

Andreas Bischof

Königshof-Verkaufsleiter Frank Tichelkamp (l.) und Carsten Liedtke, Vorsitzender des Vereins „Schluff und historische Verkehrsmittel“, bestücken den Zug mit dem flüssigen Proviant.

Krefeld. Zwei Krefelder Typen haben sich gefunden und fahren nun gemeinsam. Ab sofort wird im Schluff Bier der Brauerei Königshof ausgeschenkt. 3333 Flaschen oder 1666,5 Liter stehen vorerst bereit. "Wenn sich das aber verzehnfacht, bin ich nicht traurig", sagt Frank Tichelkamp, Verkaufsleiter der Brauerei.

 Kosten wird die Flasche künftig 1,50 Euro, wovon ein Euro in die Kassen des Schluff-Fördervereins fließen wird. Wenn sich jeder vierte der rund 65.000 Schluff-Passagiere, die im vergangenem Jahr mitfuhren, im Barwagen des Traditionszuges eine Flasche Königshofer gönnen würde, kämen immerhin 24.375 Euro zusammen.

Durch die Kooperation ergibt sich eine zusätzliche Einnahmequelle

Carsten Liedtke, SWK-Vorstand und Chef des Fördervereins, sieht in der Kooperation eine "Vervollkommnung der Schluff-Idee, die in der Erhaltung traditioneller Werte liegt". Für den Förderverein sei dies eine gern gesehene zusätzliche Einnahmequelle. Für die jährliche Instandhaltung des Schluffs seien große Summen nötig. Alleine vor dieser Saison mussten alle Fahrwerke der Waggons überholt werden. Das alleine hat rund eine halbe Million Euro gekostet.

Liedtke: "Wir freuen uns über die Kooperation auch deshalb, weil wir in diesem Jahr unsere Jubiläumssaison fahren. Die Graf Bismarck schlufft jetzt im 30. Jahr." Der Verein "Schluff und historische Verkehrsmittel" hoffe auf weitere Sponsoren, betont Liedtke. "Wenn eine Firma eine Idee hat, wie sie den Schluff unterstützen will, kann sie gerne auf uns zukommen. Wir sind offen und gesprächsbereit."

Tichelkamp verwies in Anspielung auf seine Brauerei, die vor wenigen Jahren vor dem Aus stand, auf die wieder "rauchenden Schornsteine", die zeigten, dass sich etwas bewegt in Krefeld. Das sei in seinem Betrieb so und auch beim Schluff. In der Brauerei in Königshof sind heute wieder 53 Menschen beschäftigt. Bei den Stadtwerken sind es rund 2000.

Der Zug ist Krefelds historische Dampfeisenbahn und gehört zu den ältesten Privatbahnen in Deutschland. Der Name Schluff erinnert an das zischende Geräusch der Lok, das dem einer schlurfenden Pantoffel - auf niederrheinisch "Schluffe" - ähnlich ist.

Vor 30 Jahren, am 1. Mai 1980, fuhr die Graf Bismarck erstmals von St. Tönis zum Hülser Berg. Obwohl mit Baujahr 1947 fast schon im Rentenalter, ist die Lok immer noch flott unterwegs. Mit über 66 Tonnen Eigengewicht zieht die Henschel-Lok die beiden Personen- und zwei Packwagen für Fahrräder mühelos. Familien mit beliebig vielen eigenen Kindern fahren beispielsweise für 20 Euro mit. SWK-Card-Besitzer zahlen nur 17 Euro für Hin- und Rückfahrt. Die einfache Fahrt für Erwachsene kostet fünf Euro, hin und zurück acht, für Kinder drei bzw. fünf Euro.

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