Das Gericht soll klären, ob ein Schmerzmittel zu hoch dosiert war.

Krefeld. Zwei Mitarbeiter der urologischen Abteilung des Helios-Klinikums, eine 29-jährige Ärztin und ein 42-jähriger Krankenpfleger, sind der fahrlässigen Tötung angeklagt. Bei der Hauptverhandlung vor dem Krefelder Amtsgericht saßen sie auf der Anklagebank mit ihren Anwälten, während einige weitere Mediziner als Zeugen und drei medizinische Sachverständige geladen waren.

Staatsanwalt sieht fahrlässige Tötung

Anlass war der Tod eines operierten Patienten am 24. März 2009. Laut Staatsanwaltschaft hat die Überdosierung eines Schmerzmittels zu Atemstillstand und Gehirnschädigung geführt und den Tod herbeigeführt hat.

Die Ärztin in der urologischen Abteilung habe am 13. März dem mitangeklagten Pfleger gesagt, dass die nach einer erfolgreich verlaufenen Operation angeschlossene Schmerzpumpe zu entfernen sei. Stattdessen sollte dem Mann ein Infusionsbeutel mit einer Ampulle des Arzneimittels Dipidolor (umgerechnet 15 Milligramm, mg) verabreicht werden.

Der angeklagte Pfleger habe indes einen Infusionsbeutel angelegt, in dem sich unter anderem insgesamt umgerechnet 105 Milligramm Dipidolor befunden hätten.

Die vom Hersteller empfohlene Dosierung betrage zwischen 7,5 und 22,5 mg alle sechs bis acht Stunden.

Weitere Sachverständige müssen gehört werden

Das Gericht versuchte, die Vorgänge aufzuklären und die Eintragungen in der Krankenakte nachzuvollziehen. Es stellte sich nach einer längeren Verhandlung heraus, dass noch weitere Akten herbeigezogen und noch einige Sachverständige gehört werden müssen. Die Verhandlung wurde deshalb unterbrochen und wird wieder neu terminiert.

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