Ab sofort bieten die Stadtwerke Krefeld mit ihrem „Ratzfatz“- Modell Kurzentschlossenen die Möglichkeit, Tickets via Handy zu kaufen.

Krefeld. Schoko- oder Bärenticketabonnenten bleiben davon verschont, viele Gelegenheitsfahrer aber kennen die folgende Situation: Man steht an der Bus- oder Bahnhaltestelle, wühlt im Portemonnaie, aber Pustekuchen – kein Kleingeld. Was bisher für viele bedeutete, doch das Auto nehmen zu müssen, muss nicht mehr sein. Denn für diesen und andere Fälle bieten die Stadtwerke Krefeld ab sofort eine neue Möglichkeit „ratzfatz“ ein Ticket zu kaufen – unkompliziert und schnell mit dem Handy.

Bessere und leichtere Übersicht für Kunden, die nicht so oft Bus fahren

„Wir wollen den Zugang zu Bus und Bahn auch für sporadische Fahrer vereinfachen“, erklärt Guido Stilling, Geschäftsführer von SWK Mobil. „Wer öffentliche Verkehrsmittel nicht oder nicht regelmäßig nutzt, weiß häufig nicht, wo er am schnellsten ein Ticket her bekommt und vor allem, welches er braucht.“ Immerhin würde eine zuweilen verunsichernde Vielzahl unterschiedlicher Tarife angeboten. Um diese Barriere abzubauen und auch Neukunden zur spontanen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel innerhalb von Krefeld zu ermutigen, haben die SWK in Zusammenarbeit mit Sunhill Technologies eine Website entworfen, durch die innerhalb von Sekundenschnelle jeder Smartphonebesitzer ein gültiges Einzelticket erwerben kann.

Guido Stilling holt sein Handy aus der Tasche und macht es vor: „Einfach QR-Code scannen oder Link eingeben. Die Seite erkennt Ihre Handynummer und Ihren Telefonanbieter, Sie müssen nur noch den Ticketkauf bestätigen.“ Um Missbrauch zu vermeiden, schickt die Webseite nun den Link mit dem Ticket an die angegebene Handynummer, so dass niemand online ein Ticket kaufen und jemand anderen dafür zahlen lassen kann. Abgerechnet wird auf der nächsten Handyrechnung. Dort wird neben Verbindungsnachweisen dann auch der Ticketkauf aufgeführt. „Das funktioniert nicht nur für Vertrags- sondern auch für Prepaid-Kunden“, ergänzt Emil Graeber von SWK mobil. „Besonders wichtig war für uns aus Sicht der Kunden, dass man sich weder zuerst eine App herunterladen noch registrieren muss.“

„Wir wollen den Zugang zu Bus und Bahn auch für sporadische Fahrer vereinfachen.“
Guido Stilling, Geschäftsführer von SWK mobil

Die Tickets sind nicht übertragbar und wie gewohnt nur einmalig nutzbar. Nach Ablauf der bezahlten Zeit färbt sich der Hintergrund des Tickets von grün auf rot. Zwar gibt es keine Zielmarke zum Absatz der über „Ratzfatz“ vertriebenen Tickets, dennoch sieht Mark Riedl von Sunhill Technologies, der das System für die SWK entwickelt und betreut hat, dem Start optimistisch entgegen. „In Düsseldorf und Köln gibt es seit eineinhalb Jahren ähnliche Möglichkeiten des mobilen Ticketkaufs, allerdings nicht ganz so barrierefrei wie in Krefeld, da dort eine App im Einsatz ist. Von Anfang an konnten wir dort eine starke Nutzung feststellen und zusätzlich eine kontinuierliche Steigerung der Zahlen.“

Ab sofort ist der vereinfachte Ticketkauf über „Ratzfatz“ für alle Fahrten in Krefeld möglich, wenn auch nicht darüber hinaus. „Die Tickets sind auch in Verkehrsmitteln gültig, die nicht zu den SWK gehören, wie beispielsweise bei einer Fahrt vom Hauptbahnhof nach Uerdingen mit der Deutschen Bahn“, sagt Guido Stilling.

Für diesen Dienst ist keine App nötig. Einfach mit dem Smartphone den QR-Code an der Haltestelle scannen oder die Webseite ratzfatz.swk.de besuchen. Nachdem der Kauf bestätigt worden ist, erhält man das Einzelticket sofort auf sein Handy. Die Kosten für die Fahrkarte werden mit der nächsten Handyrechnung beglichen.

Die Fahrkarten gelten für ganz Krefeld, jedoch nicht über die Stadtgrenzen hinaus und sind ab sofort nutzbar. Sie sind 90 Minuten lang für einen Weg in Krefeld gültig.

Bisher können Kunden über die Webseite nur Einzeltickets für derzeit 2,60 Euro kaufen, es gehöre zum Konzept, Verwirrung zu vermeiden und so unkompliziert wie möglich an ein Ticket zu kommen. „Wir warten zunächst die Resonanz ab, theoretisch ist es jedoch jederzeit denkbar, auch um Kurzstrecken- oder Vierertickets zu ergänzen.“

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