Der Verkauf an die Finnen ist besiegelt. Die Gießerei in Krefeld und das Werk in Düsseldorf werden geschlossen.

Für die Stahlarbeiter im Werk Krefeld ist der Verkauf ein Schock.
Für die Stahlarbeiter im Werk Krefeld ist der Verkauf ein Schock.

Für die Stahlarbeiter im Werk Krefeld ist der Verkauf ein Schock.

Jürgen Otto (49) aus Willich, Instandsetzung, seit 20 Jahren bei Thyssen.

Güzel Ögretimi (39) aus Krefeld, Gießer, seit 1992 bei Thyssen.

Hatice Yalman (29) aus Krefeld, Berufsbildung, seit 2000 bei Thyssen.

Marc Metternich (22) aus Kempen, seit fünfeinhalb Jahren bei Thyssen.

dpa, Bild 1 von 5

Für die Stahlarbeiter im Werk Krefeld ist der Verkauf ein Schock.

Essen/Krefeld. Thyssen-Krupp verabschiedet sich nach etwa 100 Jahren vom Edelstahlgeschäft. Trotz massiver Proteste stimmten am Dienstag auch die Vertreter der Beschäftigten sowie der Aufsichtsrat dem Verkauf von Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu zu. In Krefeld sorgte die Entscheidung für enorme Unruhe: Am Standort wird es massive Einschnitte durch den Verkauf geben.

Outokumpu kündigte an, nach dem Kauf bis zu 850 Stellen in Deutschland streichen zu wollen. Bis zu 600 Betroffenen in Krefeld und Bochum sollen neue Stellen im Thyssen-Krupp-Konzern angeboten werden.

Während die Schließung der Gießerei in Krefeld mit 500 Mitarbeitern bis Ende 2013 fest vereinbart ist, gibt es für das Stahlwerk in Bochum mit 450 Beschäftigten eine Bestandsgarantie bis Ende 2016. Die Schließung des Werks in Düsseldorf-Benrath war bereits zuvor beschlossen worden; ein Teil der Mitarbeiter soll nach Krefeld wechseln.

In Krefeld sollen auch nach der für Ende 2013 vorgesehenen Schließung der Flüssigphase 1600 Mitarbeiter beschäftigt bleiben. Die Weiterverarbeitung von Stahl in einem Kaltwalzwerk soll erhalten, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum ausgebaut werden, wie die IG Metall mitteilte. „Wir haben kein Ergebnis erzielt, das zum Jubeln Anlass gibt“, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eichler. Der Vorsitzende des Inoxum-Gesamtbetriebsrats, Bernd Kalwa, bezeichnete die geplante Stahlwerksschließung in Krefeld als „herbe Enttäuschung“.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2015

Thyssen-Krupp treibt mit dem Verkauf seinen Konzernumbau voran. Im Gegenzug wurde ein Paket zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten vereinbart. So soll es bis Ende 2015 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Außerdem gilt für alle Produktionsstandorte – außer Benrath – eine Bestandsgarantie bis Ende 2015.

Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp hat seine Edelstahlgeschäfte unter dem Dach der Inoxum-Gruppe gebündelt.

Die Sparte beschäftigt weltweit 11 700 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Deutschland. Zu Inoxum gehören Thyssen-Krupp Nirosta mit Werken in Bochum, Krefeld, Düsseldorf-Benrath und Dillenburg sowie Thyssen-Krupp VDM in Werdohl. 2010/2011 setzte die Sparte 6,7 Milliarden Euro um.

Outokumpu bezifferte den Preis für die Übernahme der Thyssen-Krupp-Tochter auf 2,7 Milliarden Euro. Die Summe setze sich zusammen aus einer Barzahlung von einer Milliarde Euro, einem Aktienpaket an Outokumpu in Höhe von 29,9 Prozent im Wert von einer Milliarde Euro sowie der Übernahme von Schulden und Pensionsverbindlichkeiten.

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