Der evangelische Pfarrer Thomas Stockkamp bastelt bis zuletzt an seinem Text. In Momenten der Ruhe kommen die Ideen.

Predigt, Pfarrer Thomas Stockkamp, K�lner Stra�e, Fischeln; Pastor
Seit 35 Jahren als Pfarrer in Fischeln: Thomas Stockkamp.

Seit 35 Jahren als Pfarrer in Fischeln: Thomas Stockkamp.

Bischof, Andreas (abi)

Seit 35 Jahren als Pfarrer in Fischeln: Thomas Stockkamp.

Krefeld. Wenn Thomas Stockkamp heute Abend auf die Kanzel tritt, sind seine Notizen taufrisch. Alle Jahre wieder dasselbe zu predigen, ist nicht nach seinem Geschmack. „Natürlich ändert sich an der grundsätzlichen Weihnachtsbotschaft nichts“, sagt der evangelische Pfarrer der Markuskirche in Fischeln. „Aber ich habe gern einen aktuellen Bezug in meiner Predigt. Außerdem ist es meine Aufgabe, die uralte Botschaft immer wieder neu zu sagen.“

„Nicht alle kommen voller Begeisterung in den Gottesdienst.“

Thomas Stockkamp, Pfarrer

Wie Stockkamp das heute Abend machen wird, entscheidet er mehr oder weniger spontan. „Ich warte bis kurz vor Schluss auf Anstöße und Ideen.“ Panik, vor einem leeren Blatt zu stehen, hat er nicht – schließlich spricht er schon seit 35 Jahren zur Gemeinde der Markuskirche und hat viel Erfahrung. Und wird trotzdem immer wieder überrascht: „Vergangene Woche habe ich mir das Weihnachtsoratorium in St. Josef angesehen“, erzählt Stockkamp. „Und obwohl ich es schon so oft gehört habe, hat mich eine Stelle ganz besonders berührt.“ Um welche Textzeile es sich handelt, wird nicht verraten. „Ich könnte mir aber vorstellen, über dieses Motiv zu meditieren, wenn sich nicht noch etwas anderes ergibt.“

Bis auf den letzten Drücker nichts in der Hand zu haben – das kommt auch beim erfahrensten Pfarrer nicht vor. Die Predigt an Heiligabend ist schließlich die bestbesuchte des Jahres. Und deshalb steht das allgemeine Thema, das sich durch den Gottesdienst ziehen soll, längst fest: Es wird in Stockkamps Predigt um Licht in dunkler Nacht gehen, um den Stern von Bethlehem. „Aber gedanklich bastle ich bis zuletzt“, sagt er. „Man muss solche Dinge in sich bewegen. Die Antwort auf offene Fragen begegnet mir im Alltag und in den Pausen, in denen ich zur Ruhe komme.“

Besonders wichtig ist es ihm, diejenigen Menschen zu erreichen, die Verluste erlitten oder Probleme haben. „Dass nicht alle voller Begeisterung in den Weihnachtsgottesdienst kommen, wird durch den ganzen Trubel schnell mal übertüncht“, sagt er. „Deswegen werde ich das Evangelium als Botschaft der Befreiung predigen.“ Das steht in jedem Fall schon fest – auch wenn sich spontan doch noch ein ganz aktueller Bezug ergibt.

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