Krefeld. Die Theaterfreunde werden laut. Am Donnerstag will die frisch gegründete "Bürgeraktion Theater: Ja!" ihre Anliegen der Presse vorstellen. Hier engagieren sich Mitglieder des Vereins Freunde des Theaters in Mönchengladbach und der Gesellschaft für Ballett und Tanz.

"Auch der Stadtkulturbund ist jetzt mit im Boot", sagt Professor Dr. Hans Dieter Jakubowski, der Sprecher der Aktion.

Als Erstes organisiert die Bürgeraktion für den 4.Februar eine Demonstration vom Theater in Rheydt zum Rathaus in Rheydt, wo an diesem Tag der Stadtrat tagt und die Weichen für die Zukunft des Theaters stellen wird.

Jakubowski, emeritierter Chef der Chirurgischen Klinik am Elisabeth-Krankenhaus, sagt: "Ich ärgere mich über die gegenwärtige Diskussion." Kosten der Kultur dürften nicht gegen die sozialer Belange aufgerechnet werden. "Ein Drittel der Theaterbesucher sind Kinder und Jugendliche."

Für viele ältere Menschen, die das Theater besuchten, kämen Wege nach Düsseldorf oder Köln nicht in Frage, weil sie altersbedingt nicht mehr so mobil seien. "Warum stellen wir gesellschaftspolitisch Weichen, damit die Menschen länger leben, wenn das Leben dann keinen Spaß macht?" Und: "Ein Leben ohne Kultur ist unmenschlich."

CDU und FDP in Gladbach und Krefeld sind sich zwar mittlerweile einig, dass nun doch der durch erhöhte Tarife notwendig gewordene Nachtragshaushalt für die laufende Saison 2008/2009 gewährt wird (rund 490000Euro). Aber die für die Saison 2009/2010 zusätzlich benötigten 600000 Euro soll es nicht geben.

Darauf einigte man sich am Dienstag. Stattdessen will man an "Stellschrauben" bei Einnahmen und Ausgaben drehen und sparen. Konkrete Vorschläge will man in der kommenden Woche benennen.

Von seiten des Theaters wurde die Entscheidung gestern als "eine gute Nachricht mit fadem Beigeschmack" bezeichnet. Für Generalintendant Jens Pesel gelte nach wie vor, "dass alle vertretbaren Sparpotenziale innerhalb des Theaters ausgeschöpft sind".

Ob beispielsweise die Städte beziehungsweise deren Töchter dem Theater die jährlichen Mieten für Säle, Werkstattgebäude u.ä. von über 700000 Euro erlassen werden, bleibe abzuwarten.

Pesel bleibt dabei, dass "Grundlage für eine seriöse Diskussion der vom Theater vorgelegte Haushaltsentwurf sein müsse". Ohne die zusätzlichen 600000 Euro sei aufgrund bestehender Fixkosten lediglich ein Rumpfprogramm möglich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer