Mehr Geld gibt es nicht – dafür Versprechen: Der künstlerische Bereich soll beim Sparen außen vor bleiben.

Krefeld. Die Entscheidung ist gefallen: Das Theater wird die zusätzlich benötigten 600 000 Euro für 2009/10 nicht bekommen. Darauf haben sich am Dienstagabend die Krefelder und Gladbacher Mehrheitsfraktionen CDU und FDP geeinigt. Allerdings lehnen sie das von Intendant Jens Pesel angekündigte "Horrorszenario" mit massiven künstlerischen Einschnitten strikt ab.

Die CDU verspricht sogar ausdrücklich, den künstlerischen Bereich beim Sparen außen vor zu lassen. "Diese Mittel bleiben unangetastet", betont Hans-Peter Kreuzberg, kulturpolitischer Sprecher der Krefelder CDU. Damit sei "der Fortbestand des Theaters in der bisher bekannten Qualität gesichert".

Auch die FDP möchte "das Theater auf adäquatem Niveau erhalten", sagt der Gladbacher Fraktionsvorsitzende Anno Jansen-Winkeln. Dazu wolle man mit Pesel "hinter verschlossenen Türen" beraten, wie sich auch 2009/10 "gehaltvolles Theater" machen lässt. Pesels Festlegung auf ein "Horrorszenario" hält Jansen-Winkeln für ein "Spiel mit dem Feuer".

Wie sie die künstlerische Qualität des Theaters halten wollen, ohne den Etat zu erhöhen, sagen allerdings weder FDP noch CDU. Beide möchten sowohl bei den Ausgaben als auch bei den Einnahmen an den Stellschrauben drehen. Letzteres würde wohl höhere Eintrittspreise bedeuten. Die CDU hat eine Arbeitsgruppe gebildet, will Anfang nächster Woche "konkrete Vorschläge" vorlegen.

Nach den  Beratungen am Dienstag ist immerhin eine kurzfristige Insolvenz des Theaters abgewendet. Denn nach der Gladbacher CDU gesteht auch die dortige FDP den Bühnen erstmals die Erhöhung für die laufende Spielzeit 2008/2009 zu - eine Wende um 180 Grad.

Eine Stellungnahme des Theaters Krefeld-Mönchengladbach finden Sie HIER.

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