Der Zootierarzt Martin Straube besitzt eine Fransenschildkröte und fünf Hornfrösche.

Frei nach dem Motto „Es kann nur einen geben!“ fressen Hornfrösche den nächstkleineren Artgenossen. Martin Straube hält sie deshalb separat.
Frei nach dem Motto „Es kann nur einen geben!“ fressen Hornfrösche den nächstkleineren Artgenossen. Martin Straube hält sie deshalb separat.

Frei nach dem Motto „Es kann nur einen geben!“ fressen Hornfrösche den nächstkleineren Artgenossen. Martin Straube hält sie deshalb separat.

Dirk Jochmann

Frei nach dem Motto „Es kann nur einen geben!“ fressen Hornfrösche den nächstkleineren Artgenossen. Martin Straube hält sie deshalb separat.

Krefeld. Der Besuch verspricht spannend zu werden. Welches Haustier hat wohl ein Zootierarzt, der den ganzen Tag alle Viecher vom Ameisenbären bis zum Zebra sehen und streicheln kann? Besitzt er einen Aal in der Badewanne oder einen kleinen Affen an der Gardinenstange? Natürlich nicht.

Bei Martin Straube darf es ruhig etwas exotischer sein: Er nennt eine Fransenschildkröte und fünf Hornfrösche sein Eigen. Darüber hinaus bietet er Reptilien, die weniger nette Zeitgenossen illegal einführten, das beste Ersatz-Zuhause.

"Die Fransenschildkröte ist optisch ein attraktives Tier", findet Straube. Die Wasserschildkröte hat herabhängende Hautlappen am Kopf, die fransenartig wirken. Daher der Name. "Sie ist ebenso wie der Hornfrosch ein Lauerjäger." Mata-Mata, so der lateinische Name, der soviel bedeutet wie "Ich töte, ich töte", liegt ruhig da, bis der (tote) Fisch am Stöckchen vorbeigeschwommen kommt. Dann schnappt sie zu.

Straubes Mata ist eine Nachzucht, heißt Flora und sucht einen Partner, der nicht so leicht zu finden ist. "Er wird dann wohl Fauna heißen", sagt der Veterinär schmunzelnd. Diese Tiere verlangen Weitsicht: Bald braucht Flora ein neues, größeres Becken. Schließlich misst sie ausgewachsen samt Panzer und langem Hals knapp einen Meter. Darüber hinaus wird sie mit rund 70Jahren sehr, sehr alt. Straube: "Bei diesen Tieren muss die Erbfolge geregelt sein. Und zwar dahingehend, wer aus der Familie sie erbt…"

Die Hornfrösche leben nach dem Highlander-Prinzip: "Es kann nur einen geben!", erklärt der Veterinär. Hornfrösche verspeisen immer den nächstkleineren Artgenossen. "Deshalb überlebt nur der Größte", weiß der Arzt. "Dabei sind sie ziemlich genügsam. Eine Maus pro Monat reicht ihnen in der Regel." Bei Straube haben alle fünf Frösche ein gläsernes Eigenheim als Lebensversicherung.

Die Tiere tragen einen hornartigen Zipfel über den Augen. Sie sind ziemlich groß, kugelrund und wunderschön gezeichnet: Beige-braun-grün und hellblau leuchtet ihre Haut und bietet die beste Tarnung. Die Frösche vergraben sich gerne und lugen mit nur einem Auge aus der Erde heraus, bis das Beutetier vorbei huscht. "Einmal, als ich sie herausnehmen wollte, hat Tante Valli zugebissen", erzählt der Tierarzt. "Sie hat mehrmals zugeschnappt, bis mein Finger halb verschlungen war. Hätte ich sie gewaltsam abgenommen, wäre ihr Kiefer gebrochen. Eine Dusche unter dem Wasserhahn hat geholfen. Zuviel Wasser im Maul mögen Hornfrösche nicht."

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