Krefeld. Krefeld ist in erster Linie hässlich und pleite, behauptet Google. Doch Google lügt. Es kann nicht einmal was dafür, denn es spricht zu vielen Krefeldern nach dem Mund. Dabei ist Krefeld eine schöne Stadt, finden sehr viele Besucher. Und sie haben Recht, soviel wollen und müssen wir klarstellen. Krefeld und der Wahrheit zuliebe.

Die WZ hatte getestet, welche automatischen Ergänzungen der weltweit meistbenutzten Suchmaschine als Erstes zum Stichwort Krefeld einfallen. Nun ist es so, dass Google in der mobilen Gesellschaft längst Opa, Schwager, Mutter oder Onkel ersetzt haben, die vor noch vielleicht 15 Jahren Ratgeber Nummer 1 waren. Heute heißt es: Tante Google fragen. Aber Vorsicht: Sie flunkert gern, unabsichtlich, denn sie kann nur das verdauen, womit sie gefüttert wird.

Google funktioniert nach komplizierten Algorithmen, ein entscheidender ist die Häufung von Begriffskombinationen. Sprich: Je öfter Internetnutzer Krefeld mit den Prädikaten pleite und hässlich verknüpfen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Tante Google genau dieses Kompliment ausspuckt, wenn sie gefragt wird. Wer seine Stadt also im Netz, sei es unbedacht, verärgert oder ganz bewusst, beleidigt, trägt Verantwortung für die entsprechende Außenwirkung. Für immer, denn Google vergisst nichts.

Es ist traurig: Reflexartig geben Krefelder auf unserer Facebookseite der Suchmaschine in der Bewertung Krefelds Recht. Zum Glück erhalten sie auch Gegenwind. Ein User bringt es ziemlich gut auf den Punkt: Man könne gut herauslesen, dass sich das Verständnis Krefelds bei vielen Menschen auf die Neusser Straße beschränke. Auf eine weniger hübsche Gegend also, die alle Großstädte vorweisen.

Krefeld ist Stadtwald, Bauhaus, Jugendstil, Hülser Berg, Rennbahn, Kulturszene, Theater, Kaiser-Wilhelm-Museum, Burg Linn, Forstwald, Südstadt-Kiez. Krefeld ist nicht mittelloser als das Gros der NRW-Kommunen. Krefeld ist klasse. Das sollten die Krefelder auch zu schätzen wissen.

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