Weil die Seidenweberhaus GmbH von den Pinguinen erst nach Jahren eine Forderung von 260 000 Euro erhält, wird geprüft, ob eine Straftat vorliegt.

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Krefeld. Zahlungen, die die Seidenweberhaus GmbH den Krefeld Pinguinen stundet (die WZ berichtete), sind jetzt zum Fall für die Staatsanwaltschaft geworden.

Seine Behörde prüfe, ob es einen Anfangsverdacht der Untreue gebe, bestätigt Oberstaatsanwalt Axel Stahl der WZ.

Derzeit werde zunächst ermittelt, ob es sich um einen strafrechtlich relevanten Sachverhalt handelt. Ob einzelnen Personen Vorwürfe zu machen sind, sei derzeit nicht Gegenstand der Prüfung. Konkrete Beschuldigte gibt es demnach nicht.

Anlass für die Ermittlungen ist eine anonyme Strafanzeige, die vor gut einem Monat erstattet worden ist. Darin geht es um rund 260 000 Euro – unter anderem die erneute Stundung von im März 2013 fälliger Miete aus 2012, nunmehr bis 2014. Ob sich daraus ein Untreue-Vorwurf ergeben könnte, muss sich allerdings zunächst zeigen.

Nur weil es sich bei der Seidenweberhaus GmbH um ein Unternehmen mit besonderer Stellung innerhalb des Stadtbetriebs handele, müsse dies nicht automatisch fragwürdig sein, sagt Stahl. „Ohne dem Ergebnis im konkreten Fall vorgreifen zu wollen, kann man generell sagen, dass unternehmerisches Handeln auch Gefahren beinhalten darf.“ Risikobereitschaft gehöre zur Betätigung eines Unternehmers dazu.

Geld gestundet, von der Stadt aber gleichzeitig Geld erhalten

Eine Frage bei den Ermittlungen wird sein, ob durch die unternehmerische Entscheidung, den Krefelder Eishockeyverein erst später mit Forderungen zu belasten, letztlich die öffentliche Hand geschädigt wurde.

Denn die Seidenweberhaus GmbH, die den König-Palast betreibt, schreibt Jahr für Jahr rote Zahlen und muss aus dem städtischen Haushalt bezuschusst werden. Nach Angaben des Aufsichtsratschefs Wolfgang Feld vor vier Monaten hat die Stadttochter 2012 einen Verlust von gut 2,9 Millionen Euro gemacht, 200 000 Euro mehr als geplant. Zwei Millionen davon entfallen auf die Pacht für den König-Palast.

Damit werden Zins und Tilgung für den Bau der Arena bestritten. Hinzu kommen Verluste aus dem laufenden Geschäft: Rund 600 000 Euro beim Seidenweberhaus und 300 000 Euro beim König-Palast. Erst im Sommer hatte die Politik noch einmal 125 000 Euro aus dem Stadthaushalt nachgeschossen, die die Seidenweberhaus GmbH benötigte.

Frühestens in zwei Wochen rechnet die Staatsanwaltschaft mit Ergebnissen, ob sie in dem Fall einen Anfangsverdacht erkennt.

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