Die 16-jährige Vanessa braucht dringend eine Stammzellenspende. Am Samstag wird eine Typisierungsaktion durchgeführt.

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Vanessa hat mit ihren 16 Jahren schon 20 Chemotherapien hinter sich.

Vanessa hat mit ihren 16 Jahren schon 20 Chemotherapien hinter sich.

privat

Vanessa hat mit ihren 16 Jahren schon 20 Chemotherapien hinter sich.

Krefeld. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Vanessa ein ganz normales Leben geführt hat: Freundinnen treffen, tanzen, Zukunftspläne schmieden - eben alles, was einem gerade mal 16-jährigen Mädchen so in den Sinn kommt.

Vor drei Monaten dann der Tag, der alles verändern sollte: Vanessa bekommt die niederschmetternde Diagnose Leukämie. Das einzige, was ihr jetzt noch helfen kann, ist eine Stammzellentransplantation.

Deshalb veranstaltet das St. Josefshospital Uerdingen gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) an diesem Samstag, 4.Juli, von 10 bis 14 Uhr eine Typisierungsaktion unter dem Motto "Vanessa soll leben" im Krankenhaus, Kurfürstenstraße 69.

In ihren jungen Jahren hat Vanessa schon sehr viel mitgemacht

"Ziel dieser Aktion ist es, durch Blutabnahme einen geeigneten Stammzellspender zu finden", sagt Johanna Kindiger, Vanessas Tante und Mitarbeiterin des St.Josefshospitals. Die vergangenen Wochen hat die 58-Jährige damit verbracht, Flugblätter mit dem Aufruf zur Typisierung hinter Windschutzscheiben zu stecken, jeden Abend an einem anderen Ort: in Kaarst, Vorst, Neuss, Duisburg, Moers und natürlich in Krefeld. "Wir setzen alles daran, dass wir einen Spender finden", sagt Johanna Kindiger.

Mit dem "wir" meint sie auch die zahlreichen Helfer, allen voran Uwe Szymanski. Der Verwaltungsleiter des Hospitals hatte, kaum von der Tante auf Vanessas Schicksal angesprochen, schnell alles für die Aktion in die Wege geleitet.

Die Typisierungsaktion findet statt am Samstag, 4. Juli, von 10 bis 14 Uhr im St. Josefshospital Uerdingen, Kurfürstenstraße 69.

Die auch als Blutkrebs bekannte Erkrankung des blutbildenden Systems ist im akuten Zustand lebensbedrohlich, chronisch verläuft sie meist über Jahre.

Die Suche nach einem passenden Stammzellspender ist ein Wettlauf auf Leben und Tod. Spender können alle Menschen zwischen 18 und 55Jahren werden, die in guter körperlicher Verfassung sind. Bis es zur eigentlichen Stammzellspende kommt, werden mehrere Schritte durchlaufen. Bei der Typisierung wird zunächst einmal Blut abgenommen. Dabei kommt es höchstens bei fünf von 100 potentiellen Spendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende.

Zur Finanzierung der Kosten sind auch Geldspenden willkommen. Immerhin kostet jede Typisierung eines neuen Stammzellspenders 50Euro.

DKMS Spendenkonto: 1101021143; Sparkasse Niederrhein, Bankleitzahl: 35450000.

Deren Schirmherrschaft hat übrigens das noch amtierende Krefelder Prinzenpaar Johannes und Martina Kockers übernommen - die Karnevalsprinzessin ist ebenfalls Mitarbeiterin des St. Josefshospitals.

Neben den Kollegen haben schon mehr als 150 Krefelder ihre Unterstützung zugesagt. Wer nicht selbst zum Spender werden möchte, etwa weil er das vorausgesetzte Alter von 55 Jahren überschritten hat, kann trotzdem helfen. Da jede Typisierung eines neuen Stammzellenspenders die DKMS 50 Euro kostet, ist die Organisation auch dringend auf Geldspenden angewiesen.

"Wenn Vanessa am Samstag nicht im Krankenhaus sein sollte, will sie sogar selbst nach Uerdingen kommen und allen Helfern danken", sagt Johanna Kindiger. Denn momentan gehe es der 16-Jährigen "den Umständen entsprechend gut".

Zwar gebe es natürlich Tage, an denen sie am Boden zerstört sei und nur weine. Aber im Grunde sei sie ein sehr lebenslustiger Mensch. "Manchmal macht sie sogar noch ihren Eltern Mut." Und das, obwohl Vanessa in ihren jungen Jahren schon mehr mitgemacht hat, als man sich vorstellen kann: 20 Chemo-Therapien, zwei Schlaganfälle.

"Ihre wunderschönen, langen, schwarzen Haare hat sie auch verloren", erzählt die Tante. Aber ihren Traum von einer ganz normalen Jugend, von einer Zukunft auch über die kommenden Monate hinaus, vom Tanzen mit Freundinnen - den kann ihr keiner nehmen.

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