Am Wehrhahnweg werden keine neuen Anmeldungen zur Klasse 5 mehr angenommen.

auflösung
Uwe Schorscher, kommissarischer Leiter der Hauptschule am Wehrhahnweg, und ein Relief des Namensgebers Theodor Heuss: Die Hauptschule wird aufgelöst und nimmt im Februar keine Anmeldungen mehr an.

Uwe Schorscher, kommissarischer Leiter der Hauptschule am Wehrhahnweg, und ein Relief des Namensgebers Theodor Heuss: Die Hauptschule wird aufgelöst und nimmt im Februar keine Anmeldungen mehr an.

Dirk Jochmann

Uwe Schorscher, kommissarischer Leiter der Hauptschule am Wehrhahnweg, und ein Relief des Namensgebers Theodor Heuss: Die Hauptschule wird aufgelöst und nimmt im Februar keine Anmeldungen mehr an.

Krefeld. Uwe Schorscher hat im Februar weniger zu tun, als ihm lieb ist. Der kommissarische Leiter der Theodor-Heuss-Hauptschule am Wehrhahnweg in Stahldorf hat in diesem Jahr nichts mit Anmeldungen zu seiner Schule zu tun. Laut Ratsbeschluss vom 9. Dezember 2010 wird die Schule ab dem Sommer jahrgangsweise aufgelöst und keine neuen Fünftklässler aufnehmen.

Das alles ist viel ruhiger über die Bühne gegangen als noch im April 2010. Viel Wirbel hatte es im Frühjahr gegeben, als die Verwaltung die Hauptschulen am Danziger Platz in Linn und an der Inrather Straße zur Auflösung vorgeschlagen hatte. Schulausschuss und Stadtrat waren den Vorschlägen gefolgt, zum Sommer 2010 bereits hatten die beiden Hauptschulen keine fünften Klassen mehr gebildet.

Die Schule lief bereits mit Sondergenehmigung

Doch das hat angesichts des Schülerrückgangs in der Sekundarstufe I (Klassen fünf bis zehn) und der Ablehnung der Eltern gegenüber dieser Schulform nicht gereicht. Es folgte der Workshop des Schulausschusses in Herongen, bei dem die Situation und Entwicklung der Sekundarstufe I unter die Lupe genommen wurde. Weil die Bezirksregierung in Düsseldorf der Theodor-Heuss-Schule (13 Anmeldungen) letztmalig eine Sondergenehmigung für das Schuljahr 2010/2011 zugestanden hatte, es aber als ziemlich sicher galt, dass die Hauptschule auch jetzt im Februar nicht die nötige Anmeldezahl erreichen würde, waren sich die Fraktionen bald einig, die Schule bereits jetzt auslaufen zu lassen. Dem Ratsbeschluss war das Votum des Schulausschusses zwei Tage vorausgegangen.

Das alles macht Schorscher und seine insgesamt 35 Kollegen inklusive Sozialpädagogen nicht glücklich. „Aber die rechtlichen Voraussetzungen für die Schließung sind gegeben. Und wie viel Sinn hätte es gehabt, erst anmelden zu lassen und dann den Eltern mitzuteilen: ,Ihr müsst euch doch für eine andere Schule entscheiden’“, sagt Schorscher.

Ihm ist wichtig festzuhalten, dass seine Schule nicht geschlossen werde, weil die Kollegen schlechte Arbeit machen: „Wir haben, vor allem in Bezug auf die Berufsvorbereitung, sehr viel auf den Weg gebracht, um unsere Schülerinnen und Schüler beim Übergang in die Berufswelt zu unterstützen. Wir werden jahrgangsweise auslaufen, weil Eltern diese Schulform nicht mehr annehmen und sich für ihre Kinder eine höhere Qualifizierung wünschen.“

Nach den Beschlüssen des Rates zur Auflösung der Hauptschulen Inrather Straße, Danziger Platz und Wehrhahnweg können Eltern ihre Kinder im Februar zu folgenden fünf Hauptschulen anmelden: Gartenstadtschule, Breslauer Straße 280; Josef-Hafels-Schule an der Hafelsstraße 41; Hauptschule an der Prinz-Ferdinand-Straße 155. Diese drei sind Gemeinschaftshauptschulen. Katholische Hauptschulen sind die Stephanusschule, Rote-Kreuz-Straße 25, und die Von-Ketteler-Schule am Lübecker Weg 56.

Seine Schule wird nicht komplett am Standort auslaufen. In etwa zweieinhalb Jahren werden die letzten Klassen zur Josef-Hafels-Hauptschule wechseln. Dort wird dann auch die erfolgreiche „Lernwerkstatt Metall“ für Schüler der Klassen 9 und 10 fortgesetzt werden, die Zusage von Thyssen-Krupp-Nirosta gibt es bereits. Ob die zweite Lernwerkstatt „Samt und Seide“, bei der eine Schneidermeisterin aus Schulmitteln bezahlt wird, dort fortgesetzt werden kann, ist fraglich. Fraglich ist zurzeit auch, wie es mit den anderen Hauptschulen weitergeht. Zurzeit ist nur klar, dass man in Krefeld noch zu fünf Hauptschulen anmelden kann: zu drei Gemeinschafts- und zwei katholischen (siehe Info).

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