Um das neue Wirtschaftsgebäude anzubinden, sieht Wolfgang Dreßen keine andere Wahl.

Bockum. Den Ascheplatz neben dem Grotenburg-Stadion dem Zoo für das neue Wirtschaftsgebäude zu schenken, ist eine gute Idee des Oberbürgermeisters Gregor Kathstede gewesen. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Nun gibt es allerdings Folgeprobleme, die vor allem mit dem Rad- und Fußweg zwischen Stadion- und Zoogelände zu tun haben.

Um das neue, für den Zoo äußerst wichtige Gebäude an den Tierpark anzubinden, wünscht sich der Zoochef Wolfgang Dreßen, dass der Weg zwischen Vaders- und Violstraße aufgegeben oder zumindest eine neue Trasse, die um den Neubau herumführt, gebaut wird. Die Kosten dafür, die Dreßen auf 150 000 Euro schätzt, solle die Stadt zahlen.

Diesen Vorschlag hat der Zoochef in der Sitzung der Bezirksvertretung (BZV) Ost vorgetragen. "Sollte der Weg nicht aufgegeben oder verlegt werden, müssten wir über Tore und einen öffentlichen Weg das Wirtschaftsgebäude logistisch anbinden. Das ist bei etwa 100 Fahrzeugbewegungen am Tag ein immenser Aufwand", sagt Dreßen. Auf dem Ascheplatz soll nicht nur die Futtermeisterei entstehen, sondern auch ein Personalgebäude, ein Lager und Stellplätze für die Zoofahrzeuge.

Gegen die Aufgabe des Weges, die die günstigste Variante wäre, sprechen nach Ansicht der Verwaltung jedoch mehrere Gründe. Zum einen ist der Weg die direkte Radweg-Verbindung zwischen Stadtmitte und dem Zentrum Bockums. Außerdem benötigt das Stadion die Fläche als Fluchtmöglichkeit für die nördliche Haupttribüne und als Trasse für Sportfahrzeuge.

Mit Joachim C. Heitmann (FDP), Klaus Kokol (SPD) und Heidi Matthias (Grüne) waren drei Aufsichtsratsmitglieder des Zoos bei der Diskussion der BZV anwesend. Für Kokol ist der Weg entbehrlich, weil es Ausweichstrecken auf der östlichen und südlichen Seite des Stadions und entlang des Zoos gäbe.

Ein Gutachten besagt, dass die Fluchtwege des Stadions auf öffentlichem Gelände enden müssen. Damit dürfen sie nicht im Zoo enden. Wolfgang Dreßen sieht aber eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen. "Wenn wir die Lindenallee, die an der Violstraße endet, bei Großveranstaltungen mit Zäunen absperren, reicht das nach meiner Ansicht nach aus."

Dem Argument, der Rad- und Fußweg dient als Schulweg für die Grotenburgschule an der Eichendorf-/Tiergartenstraße, entgegnet Dreßen. "Der Weg ist nicht offiziell als Schulweg ausgezeichnet und empfohlen. Ich würde dort meine Kinder nicht laufen lassen: Er ist dunkel, an beiden Seiten gibt es Zäune und dort laufen Hunde frei herum."

Dass die Verwaltung neben dem Rad- und Fußweg auch das Umkleidegebäude des alten Ascheplatzes erhalten will, ist nach Ansicht von Wolfgang Dreßen ebenfalls problematisch, weil es die Möglichkeiten, das Wirtschaftsgebäude zu bauen, einschränkt. Das Umkleidehaus war im Jahr 2007 erst aufwändig renoviert worden.

Bei der Sitzung des Aufsichtsrates am 24. März wird die Verwaltung die verschiedenen Möglichkeiten vortragen und beraten. Das kündigt Joachim C. Heitmann an. Auch die Einhausung der öffentlichen Brücke, über die immer wieder Menschen in den Zoo eingestiegen waren, soll Thema sein.

In Heidi Matthias schlagen "zwei Herzen. Für eine fahrradfreundliche Stadt ist der Grüngürtel wichtig. Gleichzeitig will ich den Zoo langfristig erhalten und sehe dessen Geldmangel."

Die derzeitige Situation am Zoo und Stadion finden Sie HIER. 

 

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