Die Anwohner der A 57 sind sauer auf den Mann mit der „zweitbesten Lösung“.

wza_200x125_229844.jpeg
Der Andrang bei der WZ-Redaktion vor Ort an der Bergstraße war wie die Wut über Fabels Äußerung sehr groß.

Der Andrang bei der WZ-Redaktion vor Ort an der Bergstraße war wie die Wut über Fabels Äußerung sehr groß.

Der Andrang bei der WZ-Redaktion vor Ort an der Bergstraße war wie die Wut über Fabels Äußerung sehr groß.

Der Andrang bei der WZ-Redaktion vor Ort an der Bergstraße war wie die Wut über Fabels Äußerung sehr groß.

Strücken, Bild 1 von 3

Der Andrang bei der WZ-Redaktion vor Ort an der Bergstraße war wie die Wut über Fabels Äußerung sehr groß.

Krefeld. Der geplante Ausbau der Autobahn A 57 auf sechs Spuren besorgt die Anwohner entlang der Trasse. Schon lange sind sie erheblichem Lärm ausgesetzt. Und längst bestimmt das Thema den Alltag der Betroffenen und weckt Ängste. Besonders sauer sind die Bürger wegen der Äußerung des CDU-Ratsvorsitzenden Winfrid Fabel über eine "zweitbeste Lösung" beim Ausbau der A 57. Die Rollende Redaktion hat sich auf der Bergstraße umgehört.

"Ich würde mich sogar auf die Autobahn setzen, um für den Tunnel zu kämpfen", sagt Karin Botta. "Meine Enkelkinder können wegen des Lärms der Autobahn leider nicht mehr bei mir übernachten", sagt Anwohnerin Doris Tietze. Nachbarin Gertrud Wienhoven sieht das ähnlich: "Wenn ich mit anderen in meinem Garten sitze, müssen wir uns anschreien, damit man ein Wort versteht." "Man kommt hier nie richtig in den Schlaf", ergänzt Tochter Elke Lutz.
 
Ohne Wenn und Aber für einen Tunnel ist auch Helene Jansen: "Lärmschutzwände reichen nicht. Die Bewohner der Hochhäuser haben gar nichts davon, vielleicht nur noch mehr Lärm." "Wenn die Verantwortlichen hier bei uns wohnen würden, würde sofort ein Tunnel gebaut", ärgert sich Hubert Adamietz. "Der geplante Autobahnausbau bedeutet eine enorme Wertminderung für die Häuser der Anwohner." Toni van de Kerkhof ist der Meinung, dass "ein Tunnel auf jeden Fall für mehr Ruhe sorgt". Bewusst übertrieben denkt er weiter: "Was könnte man auf dem Tunnel für eine riesige Grünfläche errichten? Ein ganzer Wanderweg würde da drauf passen."

"Ich kann nur sagen, dass es unerträglich geworden ist", meint Manfred van Ditshuizen. Er wohnt direkt an die Autobahn. Über die Äußerung Fabels sei er entsetzt. "Im Endeffekt reicht die zweite Variante, Ha!" Der Ratsherr könne ja mal bei ihm wohnen und sich ein Urteil bilden. Ein Ausbau sei okay, aber nur mit der Tunnel-Trog-Lösung. "Auf jeden Fall, die brauchen wir." Werner Fuhr von der Schutzgemeinschaft plädiert für eine radikale Lösung. "Bei der Erweiterung der Autobahn A 57 fordern die Anlieger einen Tunnel von Elfrath bis Oppum, der den Anforderungen des 21. Jahrhundert bezüglich Lärmschutz, Feinstaubbelastbarkeit und Lebensqualität gerecht wird."

"Die zweitbeste Lösung - das ist Schwachsinn", ärgert sich auch Hans Schledorn über die Bemerkung von Fabel. "Der weiß doch gar nicht, wie die zweitbeste Lösung aussieht. Die können einen Tunnel unter den Ärmelkanal bauen und dann hier nicht?" Monika Diercks und Helmut Schneider meinen, man nehme Rücksicht auf sämtliche Tiere und Pflanzen und baut an der A44 gleich zwei Tunnel für Frösche, aber für diesen Tunnel soll das Geld nicht reichen.
 
"Wenn mein Mann fünf Meter von mir im Garten steht, muss ich schon schreien", schildert Silvia Hörnemann. Wenn noch mehr Verkehr käme, könnte sie im Garten nichts mehr von der Natur genießen. Und: "Wäre der Wall noch höher, hätten wir noch mehr Schatten." An einen Verkauf des Hauses denkt sie aber nicht mehr. "Das nimmt uns doch keiner mehr ab."
 
"Es kann doch nicht sein, dass ein Herr Fabel sagt, dass man die zweitbeste Lösung nimmt", regt sich Detlef Horning auf. "Das sind Leute, die wir gewählt haben, die hauen uns jetzt in den Rücken." Und er merkt ferner an: "Was in Meerbusch möglich ist für die Natur, muss auch hier möglich sein. Sind wir weniger wert?"
 
"Die Lokalpolitiker müssen sich einsetzen", fordert Hartmut Fuhr. Er sieht in den Plänen auch eine Chance. Ein Tunnel koste zwar mehr, aber ein solcher könne die trennende Wirkung der Autobahn in der Stadt überbrücken. "Ich bin für die Tunnellösung", sagt Ewald Hüls. Dabei denke er nicht nur an den Schallschutz, sondern auch an die Feinstaubbelastung. "Die Lärmbelastung ist jetzt schon enorm", klagt Angelika Schulz. "Es wäre eine Unverschämtheit, wenn der Tunnel nicht gebaut wird", meint Edelgard Didelot.
 
"Jedes Jahr werden Millionen verpulvert - dann sollte dafür doch auch noch Geld da sein." Der Tunnel sollte unter anderem gebaut werden, meint Werner Klinkhammer, weil so Krefeld und Uerdingen endlich verbunden werden. "Wir haben gar keine Lärmschutzmaßnahme", meint Ulrich Berger aus Traar. Er und seine Frau Ulrike befürchten, wenn ein Tunnel gebaut werden sollte, dass an der Ein- bzw. Ausfahrt noch mehr Lärm entstünde. "Die Lkw, die da raus kommen, gehen dann auf Volllast." Einen sechsspurigen Ausbau sieht er indes nicht so negativ, denn dann würde bei ihm in Traar wohl zumindest eine Lärmschutzwand gebaut. Für Volker Emonts, Manfred Lehnertz und Peter Wylenzek gibt es nur einen Tunnelbau ohne Wenn und Aber. "Für den Transrapid gibt es 1,8 Milliarden, aber kein Geld für den Tunnel?"

"Der Lärm macht uns krank", sagen Josef Bludau und Trude Siemes. "Eine Sieben-Meter Mauer? Dann sehen wir die Sonne nicht mehr", fürchtet Hanne Hage-Hülsmann. Hans-Joachim Haake: "Der Tunnel muss gebaut werden. Dafür sollten sich die Politiker einsetzen. Nur diese können schließlich was erreichen. Wir haben keine Lobby."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer