Vor Ort zeigt sich eine klare Mehrheit für den Erhalt des Rad- und Fußweges an der Grotenburg.

Bockum. Der Zoo braucht Platz für ein neues Wirtschaftsgebäude. Es soll auf dem alten Ascheplatz westlich des Grotenburg-Stadions entstehen. Das Problem: Um das Gelände dem Zoo zuschlagen zu können, muss der Rad- und Fußweg zwischen Vaders- und Violstraße für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Dagegen regt sich Widerstand.

"Der Weg wird von vielen Schulkindern genutzt. Wenn hier dicht gemacht wird, müssen die Schüler große Umwege in Kauf nehmen. Sie werden gezwungen, über die Berliner oder die Uerdinger Straße zu gehen", sagt Wolfgang Kreuels (62).

"Ich bin fassungslos, dass es eine solche Planung gibt", meint Ruth Hasenkamp. Die 53-Jährige weist darauf hin, dass der Weg als Verbindung zwischen Schönwasser- und Sollbrüggenpark gebraucht wird. "Außerdem nutzen viele Hundehalter den Pfad hinter dem Stadion."

Dieter Blatt (65) wohnt an der Glockenspitz und nimmt den Weg fast täglich, um mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu fahren. "Es wäre schon schade, wenn der geschlossen würde", sagt er. Als Sprecher der Bürgeraktion Baumschutz macht er sich auch Sorgen um das Gehölz zwischen Zoo und Stadion. "Das geht ja manchmal ganz schnell, dass plötzlich Bäume weg sind."

Irmgard Pepers (69) ist Sprecherin der Grotenburg-Siedlung, in der rund 60 Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen. "Wir haben Sorgen, dass nach einer Schließung des Weges der Zoo bis an unsere Grundstücksgrenzen rückt." Ihr Nachbar Hans-Karl van de Sand (76) macht den Vorschlag, "das Problem zu überbrücken". Das sei natürlich nur eine theoretische Überlegung, die aber angebracht sei. "Schließlich müssen hier zwei unterschiedliche Interessen abgewogen werden."

Wilhelm Kolder, Vorsitzender des Bürgervereins Bockum, wundert sich: "Als in der Bezirksvertretung über die Schließung des Weges diskutiert wurde, gab es keinen Widerstand. So rege wie hier behauptet wird, ist die Nutzung des Weges übrigens nicht." Der 67-jährige Kolder hält die Schließung auch deshalb für sinnvoll, weil die kleine Brücke über dem Zoogelände dann nicht mehr öffentlich zugänglich ist. "Einbrecher kommen über die Brücke leicht auf das Zoogelände", berichtet er.

Karin Fabian sagt: "Seit 60 Jahren nutze ich diesen Weg. Auch als junges Liebespaar mit meinem Mann bin ich hier schon gegangen. Alles sollte so bleiben, wie es jetzt ist, denn es ist schön so", meint die 71-Jährige.

Der 70 Jahre alte Werner Kleinenbrands ergänzt: "Schade wäre das schon, wenn hier geschlossen würde. Hoffentlich macht die Politik hier nicht dasselbe wie in Bockum mit dem Bypass".

Wiltrud Wagner (66): "Ich finde, dass wäre eine richtiger Schlag gegen die vielen Radfahrer und Spaziergänger, die hier im Grünen Richtung Innenstadt unterwegs sind." "Ein Stück Lebensqualität" würde dem 67 Jahre alten Paul Neumann von der Dahlienstraße fehlen, sollte der Weg für die Öffentlichkeit gesperrt werden. "Das hier ist der sicherste Weg für Kinder, Radfahrer und Auswärtige Richtung Stadt." Mit seiner Enkelin gehe er über diesen Weg fast täglich in den Zoo und nutze ihn als Radfahrer.

Unmittelbar in der Nachbarschaft wohnen auch Rita Devries (69) und Ursula Iglisch (71), die heißen Kaffee an den kalten WZ-Bus bringen. Beide wären mit einem Kompromiss einverstanden. Der Weg Richtung Westen sollte bis zur Brücke am Zoo geöffnet bleiben. Dort könne man nach links einen kleinen Umweg um das Stadion nehmen. "Das wäre doch eine Lösung", glauben sie. Ärgerlich sind beide aber, dass weder Vertreter des Zoos noch der Politik den Weg zum WZ-Bus gefunden haben. "Die hätten doch hier genauer sagen können, was tatsächlich mit dem Weg geschehen soll."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer