Beim Umzug am Montag haben die Aufständischen sich gerächt. Die Entführten kamen aber gegen Flüssiges wieder frei.

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Das Königspaar, Bernd und Marion Hauser, grüßt aus der geschmückten weißen Kutsche das Schützenvolk. Die Verberger genossen ihr dreitägiges Fest, das nur alle vier Jahre stattfindet.

Das Königspaar, Bernd und Marion Hauser, grüßt aus der geschmückten weißen Kutsche das Schützenvolk. Die Verberger genossen ihr dreitägiges Fest, das nur alle vier Jahre stattfindet.

Dirk Jochmann

Das Königspaar, Bernd und Marion Hauser, grüßt aus der geschmückten weißen Kutsche das Schützenvolk. Die Verberger genossen ihr dreitägiges Fest, das nur alle vier Jahre stattfindet.

Verberg. Drei Tage lang ist ganz Verberg auf den Beinen gewesen -  und etliche aus ganz Krefeld waren auch dabei: Über Pfingsten war Schützenfest im "Dorf". Das gibt es nur alle vier Jahre.

Vier Bälle im 1100 Plätze großen Festzelt an der Christ-König-Kirche und zwei Umzüge durch den Stadtteil standen im Mittelpunkt, der zweite empfindlich gestört durch die Rebellen, die nicht nur Barrikaden ganz in der Nähe des Königshauses aufgebaut, sondern auch noch die Königin und die Hofdamen entführt hatten. Das Programm reichte Gedenken am Ehrenmal bis zum Großen Zapfenstreich.

Tausende Papierrosen an Birkenstämmchen säumten den Weg

Vor einem knappen Jahr hatte sich Bernd Hauser zum König und seine Marion zur Königin geschossen. Seitdem grassiert das Schützenfest-Fieber. Die 20 Gruppen des 1765 gegründeten Schützenvereins konnten den Ernstfall kaum abwarten. Aber nicht nur sie putzten sich heraus, sondern die Verberger ihre Häuser an den Straßen, über die der Festzug führte. Tausende von Papierrosen an Birkenstämmchen säumten den Weg.

In den beiden Umzügen gab es viel Musik, sogar aus Gerresheim, und viele unterschiedlichen Uniformen mit Pickelhauben oder Mützen der nicht immer ganz stramm marschierenden Schützen, die zwischen den weißen Kutschen der Prominenten und Generalstäbler die Fußarbeit leisteten.

Der König wandte den Rebellen sein Hinterteil zu: Kriegserklärung

Sie trugen Gewehre mit Blümchen über der Schulter oder Fechtwaffen am Gürtel: Schwarze, Rote und Weiße Husaren, Musketiere, Französische Legionäre, rot-gelbe Landsknechte, Jägerkompanien, sogar eine Marinekompanie, Artillerie, Jungschützen, Sappeure, Schill-Offiziere, Füsilier-Infanterie, Grüne Jäger, Grenadiere, Pioniere sowie Ärzte und Apotheker, am Schluss des Zuges eine Kanone.

Das Verberger Schützenfest findet alle vier Jahre statt, immer über Pfingsten. Der Schützenverein wurde 1765 gegründet.

Seit 20 Jahren ist Gerd Siebenmorgen der Vorsitzende des Schützenvereins. Er hat mit dem Traarer Vorsitzenden Walter Potthast ausgehandelt, dass in beiden "Dörfern" der Vier-Jahres-Rhythmus gilt.

Zu den Schützengruppen gehören Husare, Legionäre, Landsknechte, Grenadiere und die Rebellen.

In einer der ersten Kutschen war Schützen-Vorsitzender Gerd Siebenmorgen ganz stolz: Mit ihm fuhren nicht nur Schirmherr Jochen Butz, sondern auch Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Bürgermeisterin Karin Meincke.

Am Montag schlugen die Rebellen zu

Die Rebellen wären bei dem schönen Wetter gerne friedlich geblieben. Aber dann wandte ihnen der König bei der Sonntagsparade sein Hinterteil zu. Das nötigte Rebellenführer Fredy Pixken zu einer wortgewaltigen Kriegserklärung. Beim ersten Festumzug fuhren sie noch hinterher, begleitet von anfeuerndem Jazz aus Arcen, aber am Montag schlugen die Rebellen zu.

Der Zug fuhr geradezu in ihre Barrikaden hinein, im Nu waren Frauen entführt und Gefangene genommen. Mit rotem Genever getränkte Verbände waren Beweise der Auseinandersetzung. Nur mit allseitiger Friedensbereitschaft gelang es, vor dem Offiziersball zu einem Gefangenenaustausch zu kommen, Menschen gegen flüssige Nahrung, schändlich.

Immerhin: Die Frauen hatten die Rebellen mit Kaffee und Kuchen standesgemäß behandelt. Für den Krönungsball, den Ball der Schützen, den Königsgalaball und den Offiziersball hatte der Generalstab die Musik teilweise in Bayern bestellt. So war es für die Regimentsärzte kein Wunder, stetig steigenden Bierkonsum diagnostizieren zu müssen.

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