Martin Brendle ist für innenstadtnahen Wohnmobil-Platz.

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Diese Montage zeigt, wie ein Wohnmobilstellplatz am Elfrather See aussehen könnte. Im Gegensatz zu seiner Partei hält SPD-Ratsherr Martin Brendle das aber für keine gute Idee. Fotomontage: Dirk Jochmann

Diese Montage zeigt, wie ein Wohnmobilstellplatz am Elfrather See aussehen könnte. Im Gegensatz zu seiner Partei hält SPD-Ratsherr Martin Brendle das aber für keine gute Idee. Fotomontage: Dirk Jochmann

SPD-Politiker Martin Brendle ist gegen den Standort am Elfrather See.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 2

Diese Montage zeigt, wie ein Wohnmobilstellplatz am Elfrather See aussehen könnte. Im Gegensatz zu seiner Partei hält SPD-Ratsherr Martin Brendle das aber für keine gute Idee. Fotomontage: Dirk Jochmann

Krefeld. In der kommenden Woche wird sich der Planungsausschuss erneut mit dem Thema Wohnmobilstellplatz am Elfrather See beschäftigen. Während eine Mehrheit für das Konzept sicher scheint, erhebt Ratsherr Martin Brendle (SPD) Einwände gegen den geplanten Standort.

Ihre Partei befürwortet den Standort Elfrather See. Warum sind Sie dagegen?

Martin Brendle: Entgegen der Ansicht der SPD-Fraktion bin ich als Nutzer eines Wohnmobils der Meinung, dass ein Wohnmobilstellplatz, der zu einer Großstadt gehört, mit einem Campingplatz und den Bedürfnissen von Campern nicht zu vergleichen ist.

„Der Platz ist eher für Wohnwagenfahrer geeignet. Die stellen ihren Caravan auf einem Campingplatz ab und sind dann mit ihrem Pkw mobil.“

Martin Brendle, SPD-Ratsherr

Wer sind denn die Wohnmobilisten?

Brendle: Wohnmobilisten sind in der Regel eine Klientel im Alter von über 50 Jahren mit einem guten Einkommen. Neue Wohnmobile kosten schließlich einige zehntausend Euro.

Nach welchen Kriterien sollte ein Stellplatz ausgesucht werden?

Brendle: Es müssen stadtnahe Plätze mit einer guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sein. Es muss Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Angebote geben. Nicht zuletzt muss die Chance bestehen, kulturelle Einrichtungen zu besuchen und auf kurzem Wege an Stadtevents teilnehmen zu können.

Der Elfrather See ist aber doch mit der Buslinie 58 leicht erreichbar und man kann mit ihr in die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof fahren.

Brendle: Aber der Halbstundentakt an Wochentagen und die zeitweise gültige Stundentaktung an Sonn- und Feiertagen sind nicht sonderlich attraktiv. Als gastronomisches Angebot gibt es dort nur einen Imbiss. Alle anderen Kriterien erfüllt der Elfrather See nicht. Der Platz ist eher für Wohnwagenfahrer geeignet.

Wie unterscheiden sich denn Wohnmobilisten von Wohnwagenfahrern?

Brendle: Besitzer von Wohnwagen stellen ihren Caravan auf einem Campingplatz ab und sind dann mit ihrem Pkw mobil. Durchweg sind es Familien mit Kindern, die Freiräume in der Natur und Naherholung suchen.

Was wäre denn an Infrastruktur für einen Wohnmobilstellplatz in Stadtnähe erforderlich?

Brendle: Der Platz sollte eben sein, geschottert oder mit Gittersteinen befestigt. Eine Servicestation mit Bodeneinlass für Brauchwasser, Frischwasserleitung und eine Öffnung für die Entleerung der Bordtoiletten sollten vorhanden sein. Viele Wohnmobilisten legen Wert auf TV-Empfang, das heißt, es sollten keine hohen Bäume und Häuser in Richtung Süden da sein. Stromanschluss ist nicht unbedingt erforderlich, da Wohnmobile sich meist selbst versorgen.

Was verspricht sich die Stadt von einem solchen Stellplatz?

Brendle: Viele Großstädte bieten solche innerstädtischen Plätze an. Dazu gehören beispielsweise Köln, Berlin, Osnabrück, Aachen (sogar im Kurviertel), Leipzig, Dresden und Mönchengladbach. Erfüllt ein Stellplatz die von mir genannten Bedingungen, dann ist es für Wohnmobiltouristen reizvoll, eine Stadt zu erkunden und Geld auszugeben.

Lohnt sich das für die Stadt?

Brendle: Die Fachzeitschrift „promobil“ hat ermittelt, dass diese Klientel pro Tag und Person im Durchschnitt 45 Euro ausgibt. Ein Stellplatz am Elfrather See wird sicherlich als Transitplatz angenommen, aber Geld in die Stadtkasse kommt dabei sicherlich nicht.

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